Schweizer Medikamente werden in China viel günstiger

Pharmakonzerne senken ihre Preise rund 61 Prozent. Dadurch werden die Kosten für ihre Medikamente beim Kauf vom Staat erstattet.

Ein Mann nimmt in einer Apotheke in der chinesischen Stadt Dandong, eine Lupe zur Hilfe, um das Kleingedruckte auf den Medikamenten zu lesen. Foto: Jacky Chen/Reuters

Ein Mann nimmt in einer Apotheke in der chinesischen Stadt Dandong, eine Lupe zur Hilfe, um das Kleingedruckte auf den Medikamenten zu lesen. Foto: Jacky Chen/Reuters

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Mit massiven Preisnachlässen wollen internationale Pharmakonzerne ihr Geschäft im Milliardenmarkt China ankurbeln. Hersteller wie die Schweizer Unternehmen Roche und Novartis hätten Preissenkungen von durchschnittlich 61 Prozent zugestimmt, um auf eine Liste mit Medikamenten zu gelangen, die vom Staat erstattet werden, wie die Aufsichtsbehörde National Healthcare Security Administration (NHSA) am Donnerstag mitteilte.

Zu den 70 Medikamenten, die neu auf die Liste kommen, gehören unter anderem das Roche-Brustkrebsmittel Perjeta und das Ekzemmittel Omalizumab von Novartis. Fast alle neuen Wirkstoffe auf der Liste hätten die «weltweit tiefsten Preise», erklärte die NHSA. Chinesische Patienten können sich einen erheblichen Teil der Kosten für die Medikamente auf der Liste von der staatlichen Krankenversicherung rückvergüten lassen.

Damit dürften die Pharmahersteller ihre Absatzvolumen insbesondere in kleineren und weniger wohlhabenden chinesischen Städten erhöhen. «China ist und bleibt der ultimative Markt mit hohem Volumen und niedrigen Preisen, und so haben internationale Unternehmen das Gefühl, dass sie grosse Preissenkungen vornehmen müssen, um auf Volumen zu kommen», sagte Brad Loncar vom Vermögensverwalter Loncar Investments. Branchenexperten wiesen aber auch auf die Gefahr hin, dass auf die Hersteller Kritik aus anderen Märkten zukommen könnte, wenn sie nur in China hohe Preisnachlässe gewähren.

Roche hatte bereits in den vergangenen Monaten von einem starken Geschäft mit Krebsmedikamenten in ländlichen Regionen Chinas profitiert. (red/sda)

Erstellt: 28.11.2019, 14:54 Uhr

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