Sein Ziel ist der Mars

Unternehmer und Milliardär Elon Musk hat mit seiner Firma Space X Grosses vor. Nun wurden die Raumfahrzeuge des Unternehmens von der Nasa als Spaceshuttle-Ersatz auserkoren.

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«Es wäre ein guter Ort, um sich zur Ruhe zu setzen.» Unternehmer und Milliardär Elon Musk meint damit nicht etwa eine Karibikinsel, sondern den Planeten Mars. Die Visionen des Südafrikaners, der hinter dem Erfolg des Bezahldiensts Paypal und des Elektroautoherstellers Tesla steht, mögen für viele wie Science-Fiction klingen. Er meint es ernst: «Es ist wichtig, dass die Menschheit auf mehreren Planeten zu Hause ist.» Es gehe darum, eine raumfahrende Zivilisation zu schaffen. «Wenn die Menschheit für immer an die Erde gebunden bleibt, wird sie irgendwann aussterben.» Deshalb habe er das Raumfahrtunternehmen Space X gegründet.

Nun wurde die Firma zusammen mit Boeing von der Nasa auserkoren, Raumfahrzeuge für Astronauten zu entwickeln. Ab 2017 wollen die USA wieder selber Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Seit die Spaceshuttles 2011 ausgemustert wurden, sind die USA auf russische Transporte angewiesen. Dies will das Land nun wieder ändern. Vom 6,8 Milliarden Dollar schweren Auftrag der US-Raumfahrtbehörde konnte Space X ein Stück im Wert von 2,6 Milliarden für sich gewinnen.

Die ersten Raketen gingen in Flammen auf

Dies ist ein beachtlicher Erfolg für ein Unternehmen, das erst 2002 gegründet wurde. Musk steckte 100 Millionen Dollar in die Firma, holte ehemalige Nasa-Experten und Astronauten an Bord und begann mit der Entwicklung einer Trägerrakete namens Falcon 1. Bis es Space X gelang, mit der Rakete einen Beobachtungssatelliten in den Orbit zu bringen, musste die Firma mehrere Rückschläge hinnehmen. Der Premiere gingen zahlreiche Versuche voraus, die drei ersten Trägerraketen gingen in Flammen auf, ehe sie den Orbit erreichten.

Schon damals hatte die Firma ihren Erfolg auch der Nasa zu verdanken. Die Weltraumbehörde schloss mit Space X einen 1,6 Milliarden Dollar schweren Vertrag für zwölf Versorgungsflüge ab. Mitte 2012 war es dann so weit. Die wiederverwendbare Raumfahrtkapsel Dragon dockte an der ISS an, womit es einer Privatfirma zum ersten Mal gelang, ein Raumfahrzeug ins All zu schicken und sicher wieder auf die Erde zurückzubringen.

Kosten pro Flug halbieren

Für Elon Musk kommt den Privatfirmen eine Schlüsselrolle in der Raumfahrt zu. Er zieht Parallelen zu den Anfängen des Internets. «Seit Unternehmen Mitte der 1990er-Jahre das Internet eroberten, das zuvor eine Domäne der Staaten war, hat sich die Entwicklung enorm beschleunigt», sagt der Südafrikaner. Selbstredend ist er davon überzeugt, dass sich dies in der Raumfahrt wiederholen wird.

Ganz der Unternehmer, will Musk die Kosten in der Raumfahrt drastisch senken. Schon früh begann Space X deshalb, daran zu arbeiten, um die Trägerraketen und Kapseln mehrmals zu verwenden. So soll es dereinst gelingen, dass die erste Stufe der Trägerrakete zum Landeplatz zurückkehren kann, anstatt ins Meer zu stürzen. Schon jetzt gehören die Weltraumflüge der Firma zu den günstigsten, wie der «Economist» schreibt. Eine wiederverwendbare Rakete könnte die Kosten eines Flugs nochmals halbieren, ist Musk überzeugt.

Letzte Ruhe auf dem Mars

Das Ziel bleibt jedoch der Mars, die Firma arbeitet denn auch an einer Schwerlastrakete, die dies dereinst ermöglichen soll. Dem Firmenchef schweben Flüge auf die Oberfläche des Roten Planeten für 500'000 Dollar vor. Er selber will sich auf dem Mars nicht nur zur Ruhe setzen, sondern möchte dort auch sterben. «Vorzugsweise nicht beim Aufprall», meinte er einst lakonisch.

Erstellt: 17.09.2014, 13:41 Uhr

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