Hintergrund

Singapore Airlines liess A380 am Boden – auch in Zürich

Nach Qantas liess auch Singapore Airlines sämtliche Maschinen überprüfen – auf Anraten von Flugzeugbauer Airbus und Triebwerkbauer Rolls Royce.

Verspätung wegen Extra-Checks: A380 der Singapore Airlines in Zürich. (Archivbild.)

Verspätung wegen Extra-Checks: A380 der Singapore Airlines in Zürich. (Archivbild.) Bild: Keystone

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Nach Qantas hatte auch Singapore Airlines vorübergehend sämtliche Flüge mit dem A380 eingestellt. Betroffen waren auch Reisende ab Zürich: Der A380 von Singapore Airlines, der planmässig um 11 Uhr von Kloten nach Singapur hätte fliegen sollen, stand bis gegen Abend am Gate E67 des Flughafens Zürich. Mittlerweile ist der Jet wieder abgeflogen, wie verschiedene Medien berichteten.

Am Morgen hatte eine A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas nach einem Triebwerkschaden in Singapur notlanden müssen. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall und Rauch während des Flugs. Die 459 Passagiere blieben unverletzt. Die Ursache des Schadens ist noch nicht bekannt.

Maschinen mit Rolls-Royce-Triebwerken

Wie Louise Kaben, Sprecherin von Singapore Airlines gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, bestätigt hatte, waren wegen der verschärften Sicherheitskontrollen derzeit sämtliche Maschinen mit Verspätung unterwegs. Solange keine genaueren Informationen über die Ursache des Zwischenfalls vorlägen, würden diese verschärften technischen Kontrollen weiterhin durchgeführt.

Die Anweisung zum Sicherheitscheck kam offenbar von den Herstellern selbst. Airbus und Triebwerkproduzent Rolls-Royce haben Singapore Airlines angewiesen, die Untersuchungen an den Triebwerken der A380 vor dem Abflug zu verstärken. Sowohl Qantas als auch Singapore Airlines fliegen mit Triebwerken vom Typ Rolls-Royce Trent 900.

A380 gilt als sehr zuverlässig

Die A380-Flotte von Singapore umfasst derzeit elf Maschinen, weitere acht sind bestellt. Zweifel an der Sicherheit des Modells hegen die Singapore-Verantwortlichen nicht. «Unsere A380-Flotte hat bisher 10'000 Flüge durchgeführt und war 100'000 Stunden in der Luft», sagt Louise Kaben. Dabei hätten 98 Prozent der Flüge ohne jegliche Zwischenfälle durchgeführt werden können. «Ein sehr guter Wert.»

Laut Aviatik-Experte Hansjörg Bürgi, Chefredaktor des Luftfahrtmagazins Skynews.ch, erreichen bewährte Passagierjets eine Zuverlässigkeitsquote von 99,5 Prozent. «Der A380 ist noch ein sehr junges Flugzeug, deshalb ist es normal, dass technische Probleme auftreten.» Gefahr habe für die Passagiere des Qantas-Flugzeugs aber nicht bestanden, meint Bürgi. Die Piloten seien für solche Zwischenfälle bestens trainiert. Ein A380 könne problemlos mit drei Triebwerken weiterfliegen. «Ich würde jederzeit wieder in dieses Flugzeug steigen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.11.2010, 14:12 Uhr

Rolls-Royce-Aktie bricht ein

An der Londoner Börse brach die Aktie von Triebwerkhersteller Rolls-Royce nach dem Qantas-Vorfall zeitweise mehr als vier Prozent ein. Experten gehen davon aus, dass die Verantwortung für den Zwischenfall in Singapur eher bei Rolls-Royce als bei Airbus oder Qantas liegt.

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