Sony erzielt wieder Gewinn – dank Verkauf des Tafelsilbers

Der japanische Riese Sony meldet einen Gewinn in der Höhe von 407 Millionen Schweizer Franken. Nun muss der neue Sony-Chef beweisen, dass er auch das tiefrote Fernsehgeschäft sanieren kann.

Sony auch für dieses Jahr einen Gewinn voraus: Der Konzernhauptsitz in Tokio.

Sony auch für dieses Jahr einen Gewinn voraus: Der Konzernhauptsitz in Tokio. Bild: EPA

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Der neue Sony-Chef Kazuo Hirai hat den Konzern zwar wie versprochen in die schwarzen Zahlen zurückgebracht. Der Elektronik-Riese hat den ersten Gewinn seit Jahren vor allem Verkäufen von Immobilien und Beteiligungen zu verdanken. Jetzt muss das Kerngeschäft zünden.

Der japanische Elektronik-Riese Sony hat erstmals seit 2008 wieder schwarze Zahlen vorgelegt. Im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr gab es einen Gewinn von 43 Milliarden Yen (408 Millionen Franken). Das Plus kam aber vor allem aus dem Verkauf von Tafelsilber wie Immobilien und Beteiligungen.

Schwacher Yen

Auch der schwächere Yen-Kurs half. Konzernchef Kazuo Hirai muss nun beweisen, dass auch das Sony-Kerngeschäft profitabel arbeiten kann. Deswegen gilt das laufende Jahr als entscheidend.

Für das angebrochene Geschäftsjahr stellte Sony einen Nettogewinns von 50 Milliarden Yen (474 Millionen Franken) in Aussicht. Das war etwas weniger als Analysten erwartet hatten. Es ist jedoch ein positiver Kontrast zu den jüngsten tiefroten Zahlen. Allein in dem Geschäftsjahr bis März 2012 hatte Sony 456,7 Milliarden Yen (4,33 Milliarden Franken) verloren. Der Umsatz wuchs in dem gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr um 4,7 Prozent auf 6,8 Billionen Yen (64,50 Milliarden Franken)

Tiefrotes Fernsehgeschäft

Ein grosses Sorgenkind bleibt jedoch das Geschäft mit Fernsehern, das bereits seit neun Jahren in den roten Zahlen steckt. Sony versichert aber, das TV-Geschäft im laufenden Geschäftsjahr wieder profitabel zu machen. So soll der Absatz von Fernsehern mit Flüssigkristall-Bildschirmen (LCD) auf 16 Millionen nach 13,5 Millionen im vergangenen Jahr steigen, hiess es.

Der Sony-Konzern mit seiner Kombination aus Heimelektronik, Spielekonsolen, Mobiltelefonen sowie Film- und Musikgeschäft galt einst als perfekt gerüstet für die digitale Revolution. Doch neue erfolgreiche Geräte und Dienste entwickelten stattdessen Rivalen wie Apple oder Samsung.

Interner Zwist

Dagegen verhedderte sich Sony in internen Streitigkeiten zwischen den Sparten und litt zudem unter einem erstarkten Yen. Auch bei Spielekonsolen und Handys ist das Geschäft für Sony nicht einfach. Der klassische Computerspiele-Markt leidet unter dem Trend zu günstigen Smartphone- und Tablet-Games.

Sony will in diesem Jahr mit der neuen Playstation 4 im Weihnachtsgeschäft punkten. Aber eine solche Markteinführung bedeutet üblicherweise auch hohe Anlaufkosten. Zudem will auch Microsoft mit einer neuen Xbox nachlegen. Im vergangenen Jahr sanken Umsatz und Betriebsgewinn im Spielegeschäft.

Hinter Apple und Samsung

Bei den lukrativen Smartphones kommt Sony nur auf wenige Prozent Marktanteil, während Apple und Samsung Geschäft und Profite weitgehend unter sich aufteilen. Die Sparte fuhr einen hohen operativen Verlust Yen ein.

Dagegen hat sich die Film-Sparte dank Kino-Hits wie «The Amazing Spider-Man» und dem neuen Bond-Film «Skyfall» zu einer wichtigen Stütze entwickelt. Und auch mit Musik verdient Sony inzwischen wieder Geld.

Konzernchef Hirai und rund 40 seiner Manager hatten sich kürzlich geeinigt, wegen der andauernden Defizite im Elektronikbereich auf ihre Bonuszahlungen zu verzichten. Diese machen 30 bis 50 Prozent des Jahresgehaltes aus. (mw/sda)

Erstellt: 09.05.2013, 10:20 Uhr

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