Starbucks zahlt in Grossbritannien zum 15. Mal keine Steuern

Der Kaffeeriese Starbucks konnte in Grossbritannien seinen Umsatz zwar um vier Prozent steigern. Nach den Lizenzgebühren an die Europa-Zentrale rutschte die Tochter in die roten Zahlen. Das soll sich jetzt ändern.

Starbucks will künftig in Grossbritannien Steuern bezahlen: Demonstrantin im vergangenen Dezember in London. (Archivbild)

Starbucks will künftig in Grossbritannien Steuern bezahlen: Demonstrantin im vergangenen Dezember in London. (Archivbild)

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Der US-Kaffeeröster Starbucks zahlt in Grossbritannien für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Steuern. Für das Geschäftsjahr zu Ende September 2012 habe der Konzern für seine britische Tochter einen Verlust in Höhe von 30 Millionen Pfund ausgewiesen.

Dies geht aus am Freitag veröffentlichten Dokumenten hervor. Es ist das 15. Mal in Folge, dass der Anbieter von «Caffe Latte», «White Chocolate Mocha» und «Fairtrade Chocolate Brownie» einen Fehlbetrag für den britischen Markt bilanzierte.

Im Oktober hatte die Nachrichtenagentur Reuters aufgedeckt, dass Starbucks zwar Verluste auswies, gegenüber Investoren die britische Tochter jedoch als profitabel darstellte. Der Fall warf ein Schlaglicht darauf, wie sich internationale Konzerne – ganz legal – steuerlich arm rechnen und sorgte weltweit für Aufruhr.

Starbucks gab für 2011/2012 ein Umsatzplus für Grossbritannien mit seinen mehr als 700 Verkaufsstellen von vier Prozent auf 413 Millionen Pfund bekannt. Unter anderem wegen Lizenzgebühren an die Europa-Zentrale in den Niederlanden rutschte die Tochter am Ende in die roten Zahlen.

Ohne die Lizenzgebühren hätte Starbucks in der Vergangenheit mehrmals Abgaben leisten müssen. Trotz des Verlustes fürs Geschäftsjahr 2011/2012 bekommt der britische Staat allerdings bald Geld von Starbucks. Die andauernde Kritik hat dazu geführt, dass der Konzern einwilligte, für 2013 und 2014 etwa zehn Millionen Pfund an Steuern zu zahlen. (chk/sda)

Erstellt: 29.06.2013, 03:47 Uhr

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