Starker Franken macht erfinderisch

Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, buttern wichtige Wirtschaftszweige Milliarden in die Erforschung hochinnovativer Produkte. Das bringt der Schweizer Wirtschaft gleich mehrere Vorteile

Mit der Zeit erholen sich auch die Exportumsätze: Rolex-Auktion in Genf.

Mit der Zeit erholen sich auch die Exportumsätze: Rolex-Auktion in Genf. Bild: Keystone

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Der starke Franken hat nicht nur positive Effekte auf die Exportwirtschaft, sondern auch auf die Forschung. Wie das Konjukturforschungsinstitut der ETH Zürich (KOF) heute verlautete, profitieren viele Unternehmen von der hohen Nachfrage nach Gütern, die aus der Schweiz kommen.

Und das trotz des starken Frankens. Die Begründung: Die hohe Spezialisierung der Produkte kreiert einen Verkaufsvorteil gegenüber der ausländischen Konkurrenz und gleicht den Wettbewerbsvorteil jener Unternehmen aus, die in schwächeren Währungen fakturieren. Das gilt vor allem für Maschinen- und Uhrenhersteller sowie Produzenten chemischer Produkte.

Die hoch spezialisierten Güter gehen aus den Forschungsleistungen der Unternehmen hervor. Um diesen Wettbewerbsvorteil trotz starkem Franken zu erhalten, gibt es laut den Forschern des KOF nur drei Möglichkeiten: «Die Unternehmen müssen diesen Vorteil durch Forschung und Innovation erhalten», so KOF-Forscherin Andrea Lassmann. Oder zweitens: Die Produktivität anderweitig steigern, sprich: Mitarbeiter kündigen. Oder drittens: Den Firmenstandort Schweiz auflösen und die Produktionsstätte ins Ausland verlegen.

Standort sichern

Für die Wirtschaftspolitiker sind die letzten beiden Varianten nicht tragbar: Aus diesem Grund hat der Bundesrat dieser Tage eine Verordnung auf den Weg gebracht, die den forschenden Mittelstandsbetrieben in den Jahren 2011 und 2012 je weitere zehn Millionen Forschungsförderung zusichert. «Das ist der Bestandteil des Massnahmenpakets zur Abfederung der Folgen der Frankenstärke», heisst es dazu von der Kommission für Technologie und Innovation.

Immerhin mehr als zwölf Milliarden Franken pro Jahr buttern Schweizer Unternehmen laut BFS in Produktinnovation und Forschung. Zudem sei das Auslagerungspotenzial insbesondere bei standortsensiblen und hochtechnischen Produktionen in der Schweiz erschöpft. «Billiglohnländer sind für die Herstellung der Präzisionstechnologien und Uhren kaum geeignet», sagt Lassmann.

Erstellt: 27.06.2011, 17:56 Uhr

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