Steuerflüchtlinge ziehen weniger Geld ab, als erwartet

Bis 15 Milliarden Franken erwartete die CS an Abflüssen von Steuerflüchtlingen. Aktuelle Zahlen wiederlegen diese Einschätzung nun.

Der grosse Schock blieb am Zürcher Finanzplatz offenbar bisher aus: Paradeplatz in der Limmatstadt.

Der grosse Schock blieb am Zürcher Finanzplatz offenbar bisher aus: Paradeplatz in der Limmatstadt. Bild: Urs Jaudas

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Credit Suisse sind im 1. Quartal unter dem Strich 17,0 Milliarden Franken neues Geld zugeflossen. Damit konnte sich die Bank gegenüber den Vorquartalen deutlich steigern. Dabei profitierte sie auch davon, dass Steuersünder weniger Geld als erwartet abgezogen haben.

Insgesamt haben diese von CS-Konten 1,4 Milliarden Franken abgehoben. In der Medienmitteilung der Credit Suisse ist von Abflüssen «infolge der fortschreitenden steuerlichen Regularisierung von Kundengeldern» die Rede.

Neues Geld aus Asien

Die Abflüsse fallen jedoch unter den Erwartungen aus. CS-Finanzchef David Mathers sprach im Februar an der Bilanzmedienkonferenz von 10 bis 15 Milliarden Franken, die 2015 wegen der laufenden Regularisierung insgesamt abfliessen würden.

In der Vermögensverwaltung für Privatkunden verzeichnete die CS im 1. Quartal einen Zufluss von 7,0 Milliarden Franken gegenüber 4,4 Milliarden Franken im Vorquartal und 10,6 Milliarden Franken im Vorjahresquartal. Die meisten Neugelder kamen dabei aus Asien. Aus dieser Region sind der Bank 4,6 Milliarden Franken zugeflossen, was gemäss Mitteilung einer jährlichen Wachstumsrate von 13 Prozent entspricht.

Rückgang an Neugeldern insgesamt

Mehr Geld deponiert als abgezogen haben aber auch die amerikanischen und die Schweizer Kundinnen und Kunden (2,3 Milliarden Franken respektive 1,7 Milliarden Franken). Aus der Region Europa/Mittlerer Osten/Afrika dagegen sind 1,6 Milliarden Franken abgeflossen.

2014 hat die Vermögensverwaltung der Credit Suisse insgesamt 28,2 Milliarden Franken an Neugeldern gewinnen können. 2013 betrug der Zufluss 32,1 Milliarden Franken (sda)

Erstellt: 21.04.2015, 10:46 Uhr

Artikel zum Thema

Keine Träne für Steuerflüchtlinge

Manche Gemeinden an der Zürcher Goldküste nehmen heute mehr Steuern ein als früher – weil etliche Pauschalbesteuerte weggezogen sind. Und die, die blieben, werden nun ordentlich besteuert. Mehr...

US-Steuerflüchtlinge zieht es vor allem in die Schweiz

Hintergrund Zwei von fünf amerikanischen Steuerflüchtlingen finden sich in der Schweiz, das zeigt eine Auswertung der ersten US-Teilamnestie. Mehr...

Pariser Segen aus der Schweiz

Frankreich nimmt dank reuiger Steuerflüchtlinge Milliarden ein. 80 Prozent der aufgedeckten Konten liegen bei Schweizer Banken. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Wollen Sie einen echten Cyborg treffen?

Ihnen gehen Technik und Innovation unter die Haut? Gewinnen Sie 2x2 VIP-Tickets für die Volvo Art Session.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Reparaturen am Schiff: Ein Mann arbeitet auf einer Werft entlang des Buriganga Flusses am südlichen Rand der Stadt Dhaka in Bangladesch. (15. Oktober 2019)
(Bild: Zakir Hossain Chowdhury/NurPhoto/Getty Images) Mehr...