Steve Jobs tritt zurück

Der Apple-Chef hat nach einer monatelangen krankheitsbedingten Auszeit seine Funktion als CEO niedergelegt.

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Steve Jobs ist nach einer monatelangen krankheitsbedingten Auszeit als Apple-Chef zurückgetreten. Er sei nicht mehr in der Lage, seine Aufgaben als CEO des Computerkonzerns zu erfüllen, schrieb der 56-jährige Firmengründer in einem Brief an den Apple-Aufsichtsrat. Es wurde vermutet, dass der Rücktritt gesundheitliche Gründe hat.

Jobs' Nachfolger wird sein Stellvertreter Tim Cook werden, der bisherige Vorstand für das operative Geschäft (COO), wie Apple in Kalifornien mitteilte. Jobs bleibe dem Unternehmen als Aufsichtsratsvorsitzender erhalten.

Jobs, der stets in schwarzem Rollkragenpullover und Jeans auftritt, ist eines der bekanntesten Gesichter der Computerindustrie. Der Apple-Gründer gilt als geistiger Vater des Erfolgs von iPod, iPhone & Co. Er nahm seit Januar eine krankheitsbedingte Auszeit vom Tagesgeschäft und wurde seitdem von Cook vertreten, den er nun als seinen Nachfolger vorschlug. Der 50-jährige Cook ist seit 1998 bei Apple.

Mysteriöse Krankheit

Woran der 56-jährige Jobs genau leidet, ist nicht bekannt. Spekulationen über seinen Gesundheitszustand haben immer wieder die Aktien von Apple beeinflusst. Nach seiner Rücktrittserklärung am Mittwoch fiel der Kurs im nachbörslichen Handel um 5,4 Prozent. Die Börsen in Asien starteten mit Gewinnen in den Handel.

Die jüngste Auszeit war Jobs' dritte in den vergangenen Jahren. Die Nachricht hatte im Januar einen Schock unter Analysten und Börsenexperten ausgelöst. Der 56-Jährige hat bereits eine Krebserkrankung an der Bauchspeicheldrüse 2004 und eine Lebertransplantation 2009 überstanden.

Vom Start-up zum Weltkonzern

Jobs hatte Apple, das 1976 als Start-up-Unternehmen im Silicon Valley mit zwei Mitarbeitern begann, zu einem der weltweit mächtigsten Konzerne ausgebaut. Nach einem internen Machtkampf verliess er Mitte der 80er-Jahre das Unternehmen und arbeitete bei der Computerfirma Next und dem Trickfilmstudio Pixar. Als Apple zehn Jahre später ums Überleben kämpfte, kehrte Jobs im Triumph zurück.

Als seine besondere Begabung gilt, die Wünsche der Verbraucher vorherzusehen und dann entsprechende Produkte für den Massenmarkt zu entwerfen. Der Erfolg des Unternehmens mit innovativen Produkten wie dem Musikabspielgerät iPod oder dem Smartphone iPhone wird hauptsächlich Jobs zugeschrieben.

«Apple ohne Steve Jobs ist nichts»

Der Chefredakteur der Online-Fachseite The Mac Observer, Jeff Gamet, sagte, Jobs' Weggang habe eher sentimentale als praktische Bedeutung. Zudem sei der Schritt seit Jahren erwartet worden. Apple habe nun lediglich einen Wechsel offiziell bekannt gegeben, der intern schon lange vollzogen gewesen sei, sagte Gamet.

Ein Analyst von Global Equities Research, Trip Chowdhry, sagte hingegen, Jobs' Rücktritt sei ein schwerer Verlust für das Unternehmen. Die manische Aufmerksamkeit des Vorstandsvorsitzenden für jedes Detail der Apple-Produkte habe den Konzern von anderen abgehoben. Es sei unsicher, ob Apple ohne Jobs weiter mit marktverändernden Ideen aufwarten könne, sagte Chowdhry: «Apple ist Steve Jobs, Steve Jobs ist Apple, und Steve Jobs ist Innovation. (...) Apple ohne Steve Jobs ist nichts.»

Steve Jobs schreibt über seinen Rücktritt

«An den Apple-Vorstand und die Apple-Community: Ich habe immer gesagt, sollte jemals der Tag kommen, an dem ich nicht mehr länger meinen Verpflichtungen als Chef von Apple nachkommen und die Erwartungen erfüllen kann, werde ich der Erste sein, der es Euch sagt. Leider ist dieser Tag gekommen.

Hiermit erkläre ich meinen Rücktritt als CEO von Apple. Ich möchte gerne - falls der Vorstand dies für möglich hält - als Vorsitzender des Vorstands, Direktor und Apple-Mitarbeiter weiterdienen. Was meinen Nachfolger angeht, empfehle ich ausdrücklich, dass wir unseren Nachfolgeplan umsetzen und Tim Cook als CEO von Apple ernennen.

Ich glaube, dass Apple seine hellsten und innovativsten Tage noch vor sich hat. Und ich freue mich darauf, diesen Erfolg in meiner neuen Rolle zu beobachten und meinen Beitrag dazu zu leisten.

Ich habe einige der besten Freunde meines Lebens bei Apple gefunden, und ich danke euch allen für die vielen Jahre, in denen ich zusammen mit Euch arbeiten durfte.» (miw/rek/dapd/sda)

Erstellt: 25.08.2011, 06:00 Uhr

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