Stress für die Banken, Stress für die Märkte

Das Ergebnis des Stresstests rückt näher und Bankentitel reagieren erneut hoch volatil. Heimische Institute bleiben aber trotz Forderungen gegenüber verbundenen Instituten im EU-Raum gelassen.

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Weil die Märkte vor allem bei Bankentiteln seit geraumer Zeit hoch volatil reagieren, will man sich besonders heute nicht auf konkrete Zahlen festlegen. Denn heute Abend wird das Ergebnis des Stresstests für die EU-Banken veröffentlicht.

Nur so viel: «Der gesamte Börsenvormittag wird nicht gut aussehen, Wertpapiere wie Futures, die die Aktienkurse vorwegnehmen, spiegeln das wider», sagt ein Händler der Bank Vontobel. Aus zwei Gründen: Die Investoren nehmen das schlechte Ergebnis des besagten Bankenstresstests vorweg. Mit einem Durchfallen von gut zehn Finanzinstituten wird gerechnet. Und die Zahlen zum zweiten Quartal der amerikanischen Banken Citigroup und Goldman Sachs, die ebenfalls heute veröffentlicht werden, sehen den Händlern zufolge auch nicht gut aus. Einzig die Investmentbank JP Morgan werde mit besseren Zahlen überraschen. Ebenfalls mit Hochspannung erwartet werden zwei wesentliche Marktindizes aus den USA: der Konsumpreisindex und der Michigan Index, der ebenfalls die Konsumfreude der Amerikaner abbildet.

Schweiz tangiert Stresstest nicht

Auf die heimische Bankenlandschaft werden die Stresstests vorerst kaum Auswirkungen haben. «Das tangiert uns nicht, wir nehmen an den Stresstests nicht teil. Wir führen eigene Stresstests durch», heisst es dazu von der Schweizer Finanzmarktaufsicht.

Hierzulande werden mehrmals im Jahr sogenannte Verlustpotenzialanalysen durchgeführt. Im Gegensatz zum EU-Stresstest werden in der Schweiz die Daten nicht im Detail bekannt gegeben. Erstens seien die Daten zu sensibel, um sie der Öffentlichkeit preiszugeben, und die Ergebnisse könnten auch nicht über einen Kamm geschoren werden – eine Kritik, die zuletzt auch der Deutsche Bankenverband äusserte.

In Schweizer Bankenkreisen wird der EU-Stresstest kritisch gesehen: Alle Banken würden eine unterschiedliche Ausgangssituation haben. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, bräuchte es einen gemeinsamen Nenner. Dieser sei aber nicht ausreichend, heisst es.

Erstellt: 15.07.2011, 11:36 Uhr

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