Sunrise kehrt in die schwarzen Zahlen zurück

Mehr Handy-Kunden und eine Zunahme im TV-Bereich: Die Sunrise legt etwas zu. Allerdings drückt der starke Franken auf den Umsatz.

Nach dem Millionenverlust wieder im Plus: Ein Verkäufer berät eine Kundin in einer Sunrise-Filiale in Basel. (29. Juni 2015)

Nach dem Millionenverlust wieder im Plus: Ein Verkäufer berät eine Kundin in einer Sunrise-Filiale in Basel. (29. Juni 2015) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Der Börsengang und die Schuldenrefinanzierung von Sunrise haben sich ausgezahlt: Sunrise schreibt wieder schwarze Zahlen. Der Telekomanbieter verdiente im dritten Quartal dank geringeren Zinskosten unter dem Strich 14 Millionen Franken nach einem Verlust von 53 Millionen Franken im Vorjahresquartal.

Im Februar hatte Sunrise den Sprung an die Börse gewagt. In der ersten Jahreshälfte hatten die Kosten dafür, nebst Lizenzzahlungen, Sunrise noch einen Verlust eingebrockt. Über die ersten neun Monate resultiert deswegen noch ein Reinverlust von 138 Millionen Franken, wie Sunrise mitteilte. Im dritten Quartal konnte das Unternehmen aber über tiefere Zinskosten die Früchte des Börsengangs und der Schuldenrefinanzierung ernten.

Weniger Handyverkäufe

Der bereinigte Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen (Ebitda) hingegen verringerte sich von Juli bis September gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,5 Prozent auf 169 Millionen Franken.

Zwar verbesserte sich die Marge durch Kosteneffizienzsteigerungen sowie einen veränderten Segmentmix, wie Sunrise mitteilte. Konkret gingen die Verkäufe von Geräten wie Handys zurück - an diesen verdient Sunrise weniger als mit Dienstleistungen. So blieb zwar mehr vom Umsatz übrig, dieser verringerte sich aber weiter. Der Umsatz gab um 8,5 Prozent auf 487 Millionen Franken nach.

Sunrise zufrieden mit Kundenwachstum

Auf den Umsatz drückten die Anpassung der Roamingpreise, die Stärke des Schweizer Frankens sowie der fortlaufende Rückgang bei der Festnetztelefonie. Sunrise zeigte sich dennoch zufrieden. Angesichts des stetigen Anstiegs der Kundenzahlen sei davon auszugehen, dass sich der Gegenwind beim Umsatz abschwäche, hiess es.

Es sei eines der stärksten Quartale hinsichtlich des Kundenwachstums bei den Postpaid-Kunden, sagte Uwe Schiller, Leiter der Investorenbeziehungen bei Sunrise. Die Zahl der Abonnenten im Mobilfunk stieg gegenüber dem Vorquartal um 23'900. Per Ende September verzeichnete Sunrise 1,397 Millionen Abo-Kunden.

Seit einigen Jahren setzen Kunden bei ihren Handytarifen vermehrt auf Abos statt Vorauszahlungs-Modelle. Allerdings verlor Sunrise im Jahresvergleich mehr Prepaid-Kunden als das Unternehmen Abonnenten gewinnen konnte. Da die Zahl der Prepaid-Kunden zurückging, sank die Zahl der Mobilfunk-Kunden insgesamt um 57'000.

Wachstumspotenzial bei TV und Internet

Im kompetitiven Marktumfeld habe Sunrise eine gute Leistung gezeigt, sagte Schiller gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Zulegen konnte Sunrise auch bei Internet- und TV-Kunden. Die Zahl der Internetkunden stieg im Quartalsvergleich um 2900 auf 336'000, die Zahl der TV-Kunden um 4500 auf 127'000. Analysten bemängelten aber, es seien im TV-Segment weniger neue Kunden gewonnen worden als erwartet.

Laut Finanzchef André Krause ist das Unternehmen im Internet- und TV-Geschäft gut aufgestellt. Dort besteht wegen der geringen Basis Wachstumspotenzial. «Im Internet zogen die Auftragseingänge nach der Sommerperiode an, und dieser Trend beschleunigt sich weiter», sagte Krause gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP. Auch für das TV-Geschäft ist Krause optimistisch: «Wir spielen mit unseren neuen Angeboten wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.»

Ausblick stabil

Für das Gesamtjahr bestätigte Sunrise die Prognose. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber 2014. Der bereinigte Ebitda soll einen vergleichbaren Wert wie im Vorjahr erreichen.

An der Börse kamen die Zahlen gut an: Am Morgen legten die Sunrise-Aktien um rund 3 Prozent an Wert zu, während der Gesamtmarkt im Minus lag. Die Aktien kosten aber weiterhin klar weniger als beim Börsengang im Februar.

Der im September angekündigte Stellenabbau ist derweil wie angekündigt zu einem grossen Teil schon über die Bühne. Insgesamt fallen wie angekündigt bis zu 165 Vollzeitstellen beziehungsweise 175 Mitarbeiter weg. Für die Restrukturierung verbuchte Sunrise von Juli bis September Kosten von rund 20 Millionen Franken. Auf der anderen Seite konnten Rückstellungen für Pensionskassenzahlungen aufgelöst werden, was den Effekt teilweise kompensierte. (dia/sda)

Erstellt: 09.11.2015, 08:11 Uhr

Aktien gefragt

Die Aktien des Telekomunternehmens Sunrise sind am Montag im frühen Handel gesucht. Die präsentierten Quartalszahlen kamen im Rahmen der Erwartungen zu liegen. Positiv bewerten Analysten die Aussagen des Managements zum Ausblick.

Bis 10 Uhr legten die Sunrise-Aktien um 2,7 Prozent an Wert zu, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,3 Prozent im Minus lag. Die Aktien wurden damit zu 54,65 Franken gehandelt. Damit notieren die Papiere aber immer noch klar unter dem Ausgabepreis von 68 Franken beim Börsengang, der im letzten Februar stattfand.

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