Swiss stellt 800 neue Flight-Attendants ein

In Kloten ist eine der grössten Personalrekrutierungen im Gang. Die Swiss braucht im Zuge der Flottenerweiterung mehr Kabinenpersonal.

Aufstockung des Personals: Die Swiss heuert Flight-Attendants im grossen Stil an. (Symbolbild)

Aufstockung des Personals: Die Swiss heuert Flight-Attendants im grossen Stil an. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Der Ausbau der Swiss-Flotte durch neue Boeing Langstreckenflieger B777 und die C-Series von Bombardier für das Europa-Netz hat einen gewaltigen Jobeffekt. Nicht weniger als 800 neue Flight-Attendants wird die Lufthansa-Tochter im laufenden und im nächsten Jahr neu anstellen. «Der Anstellungs- und Ausbildungsprozess ist am Laufen», bestätigt ein Sprecher der Swiss auf Anfrage. «Bis Ende 2016 werden wir rund 800 neue Mitarbeiter für die Kabine anheuern.»

Bezogen auf den heutigen Bestand beim Kabinenpersonal entspricht das einem Ausbau um über 20 Prozent. Per Ende 2014 hatte die Swiss gut 3500 Flugbegleiter. Damit war die Berufsgruppe der Flight-Attendants die grösste innerhalb der Swiss-Belegschaft. Dicht dahinter folgt mit knapp 3400 Angestellten das Bodenpersonal. Am wenigsten, gut 1300, machen die Piloten aus.Der Grossteil der 800 neuen Kabinenleute wird in Zürich-Kloten angestellt. Rund 40 Flight-Attendants werden in Indien respektive in China für die Langstreckenflüge auf den Subkontinent und nach Fernost stationiert sein. Entsprechend profitiert der Standort Zürich von den Neuanstellungen. Zwar würde damit auch die natürliche Fluktuation ausgeglichen, so der Swiss-Sprecher, doch «der grosse Teil des genannten Personalaufbaus» betreffe den Flottenausbau.

Mit dem Entscheid für den B777 wird die Swiss erstmals nicht mehr nur Airbusse im Langstrecken-Verkehr einsetzen. Die Schweizer Airline unter deutscher Kontrolle hat in zwei Etappen für knapp 2,5 Milliarden Franken neun Jets bei der amerikanischen Boeing bestellt, und zwar vom Typ 300ER. Darin haben in der von der Swiss geplanten Bestuhlung 330 Passagiere Platz – deutlich mehr als die 219 im Airbus 340, mit dem die Swiss heute operiert. Der Beginn des B777-Einsatzes bei der Swiss ist für Anfang 2016 geplant.

Der um über 100 Plätze ausgebaute Passagierbestand pro Maschine führt entsprechend zum massiven Mehrbedarf an Kabinenleuten. Wie viele Flight-Attendants in einer B777 der Swiss arbeiten werden, ist offen. Im Airbus A330 und A340 sind es neun plus ein Maître de Cabine. Bei der Mutter Lufthansa ist diese Zahl leicht höher. «Es wird sicher mehr Kabinenpersonal geben auf dem neuen B777 als auf dem heutigen Langstrecken-Airbus», sagt der Sprecher.

Arbeitsfriede auf der Kippe

Bereits klar ist der Einsatz für die kleineren Jets der C-Series des kanadischen Anbieters Bombardier. Davon kriegt die Swiss als Ersatz für ihre Avro-RJ100-«Jumbolino» 30 Stück. Die C-Series wird im Europaverkehr und als Zulieferer für die Langstrecken zum Einsatz kommen. Pro Flug werden drei Flugbegleiter eingesetzt, die bis zu 110 Passagiere auf den teils nur einstündigen Flügen versorgen.

Die Flottenerneuerung hatte insbesondere wegen der Langstreckenjets B777 zu einer harten Auseinandersetzung zwischen dem Swiss-Management und der Airbus-Pilotengewerkschaft Aero­pers geführt. Zwischenzeitlich lag gar ein Streik in der Luft. Schliesslich einigten sich die beiden Lager Ende 2014.

Hauptzugeständnis von Aeropers ist, dass auch die Piloten der Schwestergewerkschaft, die bisher nur auf den Europaflügen tätig waren, auf den B777-Langstreckenjets fliegen dürfen. Der Friedensschluss erfolgte gerade rechtzeitig, um die Ausbildung der Piloten aufzunehmen.

Auch beim Kabinenpersonal stand der Arbeitsfriede auf der Kippe. Dort fand man Ende Januar einen Kompromiss. Diesen bezeichnete die Gewerkschaft Kapers als «ausgewogen und mehrheitsfähig». Neu erhalten die Flugbegleiter einen 13. Monatslohn und müssen im Europaverkehr weniger viel fliegen. Dafür mussten die Flight-Attendants – gleich wie die Piloten – eine Erhöhung des Pensionsalters auf 60 Jahre akzeptieren.

Erstellt: 10.04.2015, 23:44 Uhr

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