Swisscom schafft Roaminggebühren ab

Kunden von Swisscom müssen sich nicht mehr vor einem Handy-Preisschock bei einem Auslandaufenthalt fürchten. Ralf Beyeler, Comparis-Telecomexperte, nennt die neuen Abos einen «Paukenschlag».

Telefonieren am Strand wird für Swisscom-Kunden günstiger: Frau telefoniert am Strand.

Telefonieren am Strand wird für Swisscom-Kunden günstiger: Frau telefoniert am Strand.

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Die vergleichsweise hohen Preise für Mobiltelefonie im Ausland geraten weiter unter Druck: Swisscom weitet Pauschalabonnemente auf die EU aus – allerdings nicht ganz unbeschränkt. Ängste vor einem Handy-Preisschock bei einem Auslandaufenthalt seien aber nicht mehr nötig: «Kunden müssen sich keine Gedanken mehr machen, ob sie ihr Smartphone im EU-Ausland besser ausschalten sollten, um Kosten zu sparen», sagt Swisscom-Chef Urs Schaeppi. Die Swisscom schaffe die sogenannten Roaminggebühren bei den neuen Infinity-plus-Abos «praktisch ab».

Die Tarifübersicht und weitere Angebotsbedingungen finden Sie hier.

Beim günstigsten Abo (Natel infinity plus XS) beispielsweise gilt neu eine Pauschale für 30 Tage pro Jahr. Diese 30 Tage müssen nicht am Stück genutzt werden, sondern können auf mehrere Reisen aufgeteilt werden. Während dieser Zeit kann unbeschränkt innerhalb der EU und in die Schweiz telefoniert sowie SMS verschickt werden, inklusive ist eine Datenübertragung von 1 GB.

Sollte ein Kunde doch einmal länger im Ausland unterwegs sein, gelten die Telefonie- und SMS-Standardpreise. Zudem können Datenpakete gekauft werden. Der monatliche Abopreis bleibt gegenüber den bisherigen Infinity-Angeboten gleich, ausser beim teuersten Abonnement (Natel infinity plus XL). Dort steigt die Abogebühr um 10 Franken.

Mit den neuen Abos werde auch die Geschwindigkeit im mobilen Internet massiv erhöht, hiess es weiter. Beim mittelpreisigen M-Abo etwa steigt das Tempo um einen Drittel auf maximal 20 Mbit pro Sekunde.

Paukenschlag von Swisscom

«Mit dem Gratis-Roaming ist Swisscom ein regelrechter Paukenschlag gelungen, den die Konkurrenten nicht überhören können», sagt Ralf Beyeler, Telecomexperte beim Internetvergleichsdienst Comparis.

Ein weiteres Mal mische der Branchenprimus den Markt auf. «Sunrise und Orange haben seit Jahren gleich hohe Roaming-Tarife. Deshalb kann man gespannt sein, ob sie jetzt reagieren», erklärte Beyeler.

Sunrise ebenfalls mit neuem Angebot

Sunrise hatte allerdings bereits am Dienstag ein neues Roaming-Produkt lanciert. Dieses kostet 35 Franken monatlich und kann mit dem bestehenden Abo kombiniert werden. Für den Betrag kann für 200 Minuten aus Europa telefoniert werden. Eingehende Anrufe sind unlimitiert. Daten im Umfang von 200 Megabyte sind im Angebot enthalten.

Telecomexperte Beyeler schränkt denn das Lob der Swisscom auch ein: «Nur wer öfter telefoniert, fährt mit einem Infinity-Abo günstig, selbst wenn man den neuen Vorteil des Gratis-Roamings berücksichtigt», lässt er sich zitieren.

Die Neuerungen bei Swisscom sind ab dem 13. April verfügbar. Das heisst, wer über Ostern eine Städtereise plant, kann noch nicht profitieren. Zudem muss der Wechsel angemeldet werden, denn die bisherigen Angebote laufen weiter.

Standardpreise sinken ebenfalls

Aber nicht nur Infinity-plus-Kunden können im Ausland sparen. Die Swisscom senkt auch ihre Standardpreise sowie die Preise für die Datenpakete. Die Telefonieminute kostet neu in EU-Ländern noch 45 Rappen.

Auch ausserhalb der EU senkt die Swisscom die Preise fürs mobile Surfen. Damit sei man auch im Vergleich zu den wichtigsten europäischen Anbietern bestens positioniert, hiess es, nachdem die Schweizer Tarife im internationalen Vergleich trotz mehrerer Preissenkungsrunden oft als hoch kritisiert worden waren.

Angaben zu den Folgen auf die Unternehmenskennzahlen machte die Swisscom in der Mitteilung keine. Gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP bezifferte ein Swisscom-Sprecher die mutmasslichen Auswirkungen auf den Umsatz aber auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

An der Bilanzmedienkonferenz vor zwei Wochen sagte Schaeppi, dass er im laufenden Jahr mit einer ähnlichen Preiserosion rechne wie 2014. Damals wurde der Umsatz allein durch die tieferen Roamingtarife um 170 Millionen Franken geschmälert. (bru/sda)

Erstellt: 19.02.2015, 14:19 Uhr

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