T-Mobile kauft Frequenzen von Konkurrenten

Die US-Tochter der Deutschen Telekom kauft Sendefrequenzen des amerikanischen Marktführers Verizon Wireless. Damit erzielt das Unternehmen eine grössere Reichweite beim bislang löchrigen Netz.

Komplett neu aufgestellt: T-Mobile-Filiale in Los Angeles. (Archivbild)

Komplett neu aufgestellt: T-Mobile-Filiale in Los Angeles. (Archivbild) Bild: Reuters

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Die Deutsche Telekom greift auf dem wichtigen US-Mobilfunkmarkt mit aller Gewalt an. Die Tochter T-Mobile US will mit einem rund 3,3 Milliarden Dollar schweren Zukauf von Sendefrequenzen den Empfang verbessern und die Bandbreite für die datenhungrigen Smartphones erhöhen. Das Unternehmen ist der viertgrösste Mobilfunk-Anbieter in den Vereinigten Staaten.

T-Mobile US übernehme vom Marktführer Verizon Wireless «Frequenzen im unteren Bereich in vielen der amerikanischen Topmärkte», erklärte Firmenchef John Legere am Sitz in Bellevue im Bundesstaat Washington.

Die gekauften Lizenzen für die Frequenzen im Bereich von 700 Megahertz ermöglichen eine grössere technische Reichweite; sie erhöhen damit unter anderem den Empfang im ländlichen Raum und innerhalb von Gebäuden.

Komplett neu aufgestellte US-Tochter

Die Telekom hat ihre US-Tochter nach einem lange anhaltenden Kundenschwund komplett neu aufgestellt: T-Mobile US hat im vergangenen Jahr den Regionalanbieter MetroPCS geschluckt und versucht seitdem, durch neue Tarife und einen Ausbau des bislang löchrigen Netzes zu den Rivalen aufzuschliessen.

Mit Erfolg: Zuletzt konnte T-Mobile US die Zahl der Kunden um mehr als eine Million auf gut 45 Millionen steigern.

Erst im November hatte sich T-Mobile US am Kapitalmarkt frisches Geld für den Netzausbau besorgt. Das Unternehmen zahlt Verizon nun knapp 2,4 Milliarden Dollar in bar und legt noch eigene Frequenzlizenzen im Wert von 950 Millionen Dollar oben drauf. Das Geschäft soll bis zur Jahresmitte abgeschlossen sein, sofern die Behörden zustimmen.

Ursprünglich Verkaufspläne

Die Deutsche Telekom hatte ursprünglich versucht, ihre Tochter an den zweitgrössten US-Mobilfunkanbieter AT&T zu verkaufen. Allerdings hatten die Wettbewerbshüter im Land das Geschäft untersagt, weil sie steigende Preise fürchteten. T-Mobile US ist nun selbst an der Börse notiert. Die Telekom hält nach früheren Anhaben 67,5 Prozent der Anteile.

Gerüchten zufolge hat der japanische Kommunikationskonzern Softbank jedoch ein Auge auf T-Mobile US geworfen. Ihm gehört bereits der drittgrösste US-Mobilfunkanbieter Sprint. Auch der amerikanische Satellitenfernseh-Betreiber Dish soll Interesse gezeigt haben. Unklar ist, wie offen die Wettbewerbshüter einem solchen Geschäft gegenüber stünden. (ajk/sda)

Erstellt: 06.01.2014, 17:08 Uhr

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