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Tamedia-Chef Martin Kall tritt zurück

Der Medienkonzern Tamedia hat durch die Übernahme des Westschweizer Verlagshauses Edipresse das Ergebnis sprunghaft verbessern können. Auf dem Chefsessel kommt es zu einem Wechsel.

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Tamedia-Unternehmenschef Martin Kall werde seine Aufgabe Anfang 2013 an seinen bisherigen Stellvertreter Christoph Tonini übergeben und sich beruflich neu ausrichten. Kall, der seit April 2002 die Unternehmensleitung innehat, soll auf diesen Zeitpunkt hin in den Verwaltungsrat gewählt werden, wie Tamedia (zu der auch Newsnetz gehört) heute Morgen mitteilte.

Tamedia hat im ersten Halbjahr 2011 das beste Halbjahresergebnis seit dem Börsengang im Jahr 2000 erzielt. Der Umsatz konnte um 55,1 Prozent auf 558,9 Millionen Franken gesteigert werden.

Noch stärker stieg der Gewinn: Tamedia verdiente im ersten Halbjahr 87,7 Millionen Franken. Das sind 67 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Hauptgrund für dieses sprunghaft gesteigerte Ergebnis ist die Übernahme des Westschweizer Verlagshauses Edipresse, die in diesem Halbjahr erstmals berücksichtigt wurde.

Digitale Medien legen zu

Die digitalen Medien, darunter etwa 20 Minuten online oder das Newsnetz, trugen 11 Prozent zum gesamten Umsatz bei. Das sind 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Tamedia am Mittwoch bekannt gab.

Trotz dieser Steigerung ist das Medienhaus mit den Online- Aktivitäten noch lange nicht dort, wo es hin will: Längerfristig soll der Anteil aus dem digitalen Geschäft 20 Prozent zum Gesamtumsatz beitragen.

Zugelegt hat auch das Geschäftsfeld «Print Regional», das alle Regionalzeitungen und den «Tages-Anzeiger» enthält sowie Druckzentren, die Vorstufe, Technik und Logistik. Hier meldet Tamedia einen Zuwachs von 5,5 Prozent am Gesamtumsatz.

Abgenommen hat hingegen das Geschäftsfeld der Pendlerzeitungen, Wochenzeitungen und Zeitschriften. «Print National», wie Tamedia diese Abteilung seit Anfang des Jahres nennt, hat 35,6 Prozent zum Gesamtumsatz beigesteuert, das sind 7 Prozent weniger als 2010.

Einstieg ins Schnäppchen-Geschäft

Für die zweite Hälfte des Jahres hat sich das Medienhaus drei konkrete Projekte vorgenommen: Das erste ist die Lancierung des Online-Schnäppchen-Anbieters www.scoup.ch im August. Rund 25 Vollzeitstellen werden hier geschaffen.

Das zweite Projekt ist die Lancierung von «20 minuti» im Tessin in Zusammenarbeit mit dem Tessiner Verleger Giacomo Salvioni. Die erste Ausgabe soll am 14. September mit einer Auflage von 36'000 Exemplaren erscheinen.

Dritter für das Medienhaus wichtiger Schritt ist die Weiterentwicklung der iPad-Applikation des «Tages-Anzeigers». Die kostenlose Probeversion wurde von 40'000 Benutzern heruntergeladen. Etwa 12'000 benutzen sie täglich. Ob sie dabei bleiben, zeigt sich im September. Dann wird das Angebot kostenpflichtig. (pbe/sda)

Erstellt: 31.08.2011, 14:12 Uhr

Martin Kall. (Bild: Keystone )

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