«Tamoil könnte Ghadhafi Geld überweisen»

Die Erdölfirma Tamoil Schweiz ist nicht direkt von den Sanktionen gegen Libyen betroffen. Gemäss einem Experten besteht die Gefahr, dass die Firma direkt oder indirekt Geld an den Ghadhafi-Clan weiterleitet.

Ghadhafis wirtschaftliche Verbindung zur Schweiz: Die Firma Tamoil, hier ein Treibstofflager bei Vernier GE.

Ghadhafis wirtschaftliche Verbindung zur Schweiz: Die Firma Tamoil, hier ein Treibstofflager bei Vernier GE. Bild: Keystone

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«Es ist grösste Vorsicht geboten», sagte Mark Pieth in einem Interview, das am Samstag in den Zeitungen «24heures» und «La Tribune de Genève» erschien. Der Basler Strafrechtsprofessor Pieth ist Präsident der OECD-Expertengruppe gegen Unternehmenskorruption. Er forderte im Interview die Blockierung der Gelder von Tamoil Schweiz.

Nach der Verhaftung von Hannibal Ghadhafi im Sommer 2008 habe sich «die Kontrolle, welche der Gaddafi-Clan auf das Unternehmen habe, klar gezeigt», sagte Pieth. Denn: Während einer Blockade von zwei Tagen sei kein libysches Öl mehr an Tamoil geflossen. Diese Tatsache rechtfertige eine Einfrierung der Gelder.

Tamoil-Gruppe hat ihren Sitz in Monaco

Tamoil Schweiz sei nur indirekt mit Libyen verbunden, hatte kürzlich Tamoil-Sprecher Laurent Paoliello betont. Das gesamte Aktienkapital wird von der Tamoil Gruppe gehalten, die ihren Sitz in Monaco hat. Die Gruppe wiederum ist im Besitz des von Libyen kontrollierten und in Holland angesiedelten Unternehmens Oilinvest.

Pieth forderte die Schweizer Banken auf, genau darauf zu achten, ob beispielsweise der Präsident des Verwaltungsrats von Tamoil Schweiz Personen auf der Sanktionsliste finanziell unterstützen könnte. Er erinnerte im Interview auch daran, dass die britische Marine kürzlich ein Schiff auf dem Weg nach Libyen aufgegriffen habe - mit umgerechnet rund 151 Millionen Franken in bar an Bord. (pbe/sda)

Erstellt: 12.03.2011, 19:56 Uhr

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