Tausende Entlassungen bei Grossbanken

Die Credit Suisse will offenbar bis zu 600 Stellen im Investmentbanking abbauen. Lloyds zieht sich aus über 15 Ländern zurück, und Goldman Sachs erwägt Massenentlassungen.

Bauen Stellen ab: Credit Suisse und Lloyds, hier Schilder in Zürich und London.

Bauen Stellen ab: Credit Suisse und Lloyds, hier Schilder in Zürich und London. Bild: Keystone

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Die Credit Suisse streicht Stellen in ihrer Investmentbank. Wo und in welchem Umfang die Reduktion erfolgt, gab die Bank nicht bekannt. In verschiedenen Medienberichten wurde der Abbau auf mehr als 600 Stellen geschätzt.

Gemäss der Finanznachrichtenagentur Bloomberg fallen mehr als 100 der 600 Stellen in London weg. Ende des ersten Quartals 2011 zählte die Investmentbank der Credit Suisse rund 20'800 Beschäftigte.

Der Gewinn des Bereichs sank im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahresquartal um rund ein Viertel. Im Vergleich zum Schlussquartal 2010 konnte die Sparte ihren Gewinn hingegen mehr als verdoppeln.

Lloyds streicht 15'000 Stellen

Einen noch grösseren Abbau gibt es bei Lloyds: Die teilweise verstaatlichte britische Grossbank Lloyds Banking Group hat die Streichung von 15'000 Jobs angekündigt, um damit bis 2014 rund 1,5 Milliarden Pfund (rund 2 Milliarden Franken) zu sparen. Die Stellenstreichungen sind Teil einer strategischen Neuausrichtung der Bankengruppe, die 2009 aus der Fusion von Lloyds TSB und Halifax/Bank of Scotland entstand.

Die Zahl der Beschäftigten soll demnach künftig nicht mehr als 40'000 betragen. Dazu will sich Lloyds auch aus mehr als der Hälfte der 30 Länder zurückziehen, in denen sie derzeit operiert. Nähere Einzelheiten dazu wurden zunächst nicht genannt.

Staat beteiligt sich mit 41 Prozent

Der Staat ist zurzeit mit 41 Prozent an Lloyds beteiligt. Durch die Einsparungen sollen Investitionen von zwei Milliarden Pfund (2,7 Milliarden Franken) bis 2014 möglich sein, die eine Ausweitung des Geschäfts mit sich bringen sollen.

Anleger nahmen die Ankündigungen positiv auf: Lloyds-Aktien legten in London im frühen Handel mehr als sechs Prozent zu.

230 Entlassungen bei Goldman Sachs

Goldman Sachs wiederum will sich in den kommenden Monaten möglicherweise von bis zu 230 Mitarbeiter trennen. Die US-Investmentbank informierte das Arbeitsministerium des Staates New York gestern über die möglichen Entlassungen. Demnach könnte Goldman ab sofort bis zum 31. März 2012 Hunderten Arbeitnehmern kündigen. Das Geldinstitut nannte wirtschaftliche Gründe für die Entlassungen.

Goldman hat 35'000 Beschäftigte weltweit, wie viele davon im Staat New York arbeiten, ist nicht bekannt. Die Entlassungen kämen zusätzlich zu den jährlichen Kündigungen von fünf Prozent derjenigen Mitarbeiter, die nach Auffassung der Bank die schwächste Leistung erbringen.

Gewinneinbruch im ersten Quartal

Im ersten Quartal brach der Gewinn des Geldhauses um 72 Prozent auf 908 Millionen Dollar ein. Der Rückgang war teilweise der Rückzahlung einer Finanzspritze von Warren Buffett geschuldet. Dieser hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise als Vertrauensbeweis Vorzugsaktien übernommen. Die Einnahmen fielen um sieben Prozent wegen schlecht laufender Kerngeschäftsbereiche.

Private Arbeitgeber müssen nach geltendem Recht im Staat New York das Arbeitsministerium über geplante Massenentlassungen 90 Tage im Voraus informieren. (miw/sda/dapd)

Erstellt: 30.06.2011, 10:31 Uhr

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