Taxi-Aufstand gegen Mitfahrdienste

Paris, London, Berlin – in ganz Europa: Tausende Taxifahrer protestieren heute gegen US-Firmen wie Uber.

Autobahnblockade: Bei Paris versperren Taxifahrer heute diverse Autobahnabschnitte. (11. Juni 2014)

Autobahnblockade: Bei Paris versperren Taxifahrer heute diverse Autobahnabschnitte. (11. Juni 2014) Bild: AFP

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Europas Taxifahrer haben am Mittwochvormittag mit Protestaktionen gegen die ihrer Meinung nach unfaire Konkurrenz durch Limousinendienste wie Uber begonnen. In Paris blockierten mehrere Hundert Wagen Strassen an den Flughäfen Charles de Gaulle und Orly, ankommende Reisende konnten nach Angaben aus der Flughafenverwaltung keine Taxifahrt bekommen. An beiden Verkehrsknotenpunkten war ein Grossaufgebot der Polizei im Einsatz.

Auch in London bemühte sich die Polizei, die Lage unter Kontrolle zu halten. Hier sollen sich am Nachmittag Taxis in der Gegend um das Parlamentsgebäude versammeln. Die Polizei kündigte an, sobald die für den Protest vorgesehenen Strassen voll seien, werde die Teilnahme weiterer Autos an der Aktion unterbunden. Zur Abschlusskundgebung am berühmten Trafalgar Square erwarten die Organisatoren rund 10'000 Teilnehmer.

Auch in Übersee

In Berlin sind die Taxifahrer zu einer Sternfahrt Richtung Olympiastadion aufgerufen. Die Verbände rechnen mit rund tausend teilnehmenden Wagen. Auch in Hamburg und Köln wollen die Taxifahrer protestieren.

Weitere Aktionen wurden unter anderem für Mailand, Madrid, Lissabon sowie São Paulo und Chicago angekündigt. Die Taxiverbände wollen damit ihren Unmut über Konkurrenz von Diensten ausdrücken, bei denen Privatleute sich als Fahrer verdingen können. Die Branche hält solche Angebote, etwa vom US-Unternehmen Uber, für eine rechtswidrige gewerbliche Personenbeförderung. (cpm/AFP)

Erstellt: 11.06.2014, 11:57 Uhr

Vom Limousinendienst zur Teilzeittaxi-App

Den Taxi- und Limousinendienst Uber gibt es schon seit 2009. Das Besondere an dem Geschäftsmodell ist, dass der gesamte Servicevorgang von der Wagenbestellung bis zur Bezahlung per Smartphone-App abgewickelt wird. Konzentrierte sich die von dem Geschäftsmann Travis Kalanick geführte US-Firma zunächst darauf, Kunden von Profifahrern in Mittel- und Oberklassewagen durch Städte chauffieren zu lassen, expandiert sie seit einiger Zeit in ein neues Segment: Über die Dienste Uber Pop und Uber X sollen «normale Menschen» ihre privaten Autos nebenbei für Taxifahrten anbieten. Hinter Uber stehen grosse Start-up-Financiers wie Menlo Ventures, First Round Capital, Google Ventures und die US-Bank Goldman Sachs. Mit seiner Geschäftsidee ist das nach eigenen Angaben inzwischen in 37 Ländern aktive Unternehmen keineswegs allein. Es gibt diverse Mitbewerber, etwa Lyft oder Wundercar aus Deutschland. Uber stösst vielerorts auf den Widerstand etablierter Taxiunternehmen und -verbände, auch in den USA. (AFP)

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