Bericht

Todesfall Wauthier: Polizei geht von Suizid aus

Der Finanzchef der Zürich Versicherung, Pierre Wauthier, hat vermutlich Suizid begangen. Dies sagt die Zuger Polizei.

An seinem Wohnort leblos aufgefunden: Pierre Wauthier, Finanzchef der Zürich Versicherung.

An seinem Wohnort leblos aufgefunden: Pierre Wauthier, Finanzchef der Zürich Versicherung. Bild: Keystone

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Aufgrund eines mündlichen Vorbescheids des Instituts für Rechtsmedizin und der angetroffenen Situation am Wohnort sei von einem Suizid auszugehen, teilt die Kantonspolizei Zug auf Anfrage mit. Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen würden keine weiteren Details zum Fall bekannt gegeben.

«Wir sprechen der Familie unser Beileid aus», richtet die Zurich Versicherung über einen Sprecher aus. «Pierre Wauthier war ein erfolgreicher, gewissenhafter Kollege, der innerhalb und ausserhalb des Unternehmens ein grosses Ansehen genossen hat.» Über die Gründe des Todesfalls wolle man nicht spekulieren.

Zweiter Suizid eines Managers

Pierre Wauthiers Tod ist der zweite Suizidfall eines Topmanagers, der die Schweiz diesen Sommer erschüttert. Vor vier Wochen hatte sich der Konzernchef der Swisscom, Carsten Schloter, das Leben genommen. Trotz zahlreicher Medienberichte bleiben die Gründe für Schloters Selbstmord letztlich ungeklärt.

Bekannt ist, dass eine Kombination aus familiären Problemen und beruflichen Spannungen den Swisscom-CEO belasteten. Anders als Schloter war Pierre Wauthier in der Öffentlichkeit kaum präsent. Auch in Wirtschaftskreisen war der Zurich-Finanzchef nur wenigen Leuten näher bekannt.

Keine monokausalen Erklärungen

«Dass zwei Manager sich innert kurzer Zeit das Leben nehmen, ist rein statistisch Zufall», sagt der Personalexperte Norbert Thom von der Universität Bern. Suizidfälle seien praktisch nie monokausal erklärbar, sondern meist mit einem Bündel von gesundheitlichen, persönlichen und beruflichen Problemen verbunden. Laut Thom ist unbestritten, dass der berufliche Stress unter Spitzenkräften zunimmt.

Führungskräften fiele es oft schwer, fachliche Hilfe in Notsituationen zu holen, sagt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsspital Bern, Konrad Michel. Neben einer persönlichen Lebenskrise könne der Suizid von Carsten Schloter für Wauthier zusätzlich als Auslöser eine Rolle gespielt haben. Normalerweise seien gestandene Persönlichkeiten aber weniger anfällig für Nachahmungstaten als junge Erwachsene.

Britisch-Französischer Doppelbürger

Über den Tod ihres Finanzchefs hatte die Zurich Insurance Group gestern Nachmittag informiert. Pierre Wauthier sei am Montag Morgen an seinem Wohnort im Kanton Zug leblos aufgefunden worden, schrieb die Versicherung in einem Communiqué. Die Zuger Kantonspolizei gab am Abend bekannt, dass keine Hinweise auf ein Drittverschulden vorliegen. Die Obduktion war ebenfalls gestern angeordnet worden.

Wauthier war 1996 zur Zurich gestossen und 2011 zum Finanzchef ernannt worden. Der französisch-britische Doppelbürger wurde 1960 geboren. Seine berufliche Karriere lancierte er 1982 bei der Beratungsgesellschaft KPMG, danach arbeitete er für das französische Aussenministerium. Die Finanzlaufbahn begann er bei der Bank J.P.Morgan in London. Bei der Zurich Verischerung übernimmt Vibhu Sharma, der das Gruppen-Controlling leitet, zunächst den Posten. Die Aktie der Zurich gab heute im Zuge der allgemeinen Börsenschwäche um 2,4 Prozent nach. (ssc/aba)

Erstellt: 27.08.2013, 16:54 Uhr

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