UBS holt möglichen Nachfolger Ermottis in die Chefetage

Ex-CS-Spitzenbanker Iqbal Khan übernimmt bei der UBS die Vermögensverwaltung.

Der neue Kronzprinz im Hause UBS: Iqbal Khan. Foto: Arnd Wiegmann/Reuters

Der neue Kronzprinz im Hause UBS: Iqbal Khan. Foto: Arnd Wiegmann/Reuters

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Es kommt Bewegung in die Chefetage der UBS. Iqbal Khan wird Co-Chef des Vermögensverwaltungsgeschäfts der Grossbank. Das meldet die Grossbank am Donnerstagmorgen und bestätigt damit eine Meldung dieser Zeitung von gestern Abend. Khan werde die Vermögensverwaltung zusammen mit Tom Naratil leiten. Der bisherige Co-Chef Martin Blessing trete hingegen zurück.

Damit wird Khan automatisch zum Kronprinzen von UBS-Chef Sergio Ermotti. Dieser ist in letzter Zeit wiederholt in die Kritik geraten, weil der Aktienkurs der UBS deutlich gesunken ist. Dies hat einerseits mit dem Rechtsfall in Frankreich zu tun. Dort wurde die UBS zu einer Busse von über fünf Milliarden Franken verurteilt. Kritisiert wurde Ermotti anderseits, weil er im Management Rochaden vorgenommen hat, die von den Anlegern nicht verstanden wurden.

Namentlich in der Vermögensverwaltung, der Königsdisziplin der Bank, hinken die Resultate seit längerem den Erwartungen hinterher. Kritiker sagen, das habe damit zu tun, dass am 1. Februar 2018 die beiden zuvor getrennten Sparten Wealth Management und Wealth Management Americas zu einer Geschäftseinheit zusammengelegt wurden. Die UBS versprach sich davon Synergien, die Analysten und Beobachter verstanden den Schritt aber nie, weil es ganz unterschiedlich funktionierende Geschäftseinheiten sind.

Geführt wird das fusionierte Geschäft, die wichtigste Sparte der UBS, von Martin Blessing und Tom Naratil. Die beiden agieren als Co-Leitung. Naratil ist zuständig für das Amerika-Geschäft, Blessing für den Rest der Welt. Insbesondere nach der Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen geriet das Duo unter enormen Druck, weil die Analysten unisono das Resultat negativ bewerteten. Dies, obwohl die UBS den höchsten Reingewinn in einem zweiten Quartal seit 2010 erzielte. «Einmal mehr bewiesen wir die Stärken unseres Geschäftsmodells und die Fähigkeit, auch unter weit schwierigeren Marktbedingungen als im letzten Jahr, sehr konkurrenzfähige Renditen zu generieren», schrieb die UBS. Doch die Aktie tauchte zeitweise unter 10 Franken, weil der Gewinn in der Vermögensverwaltung gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent sank.

Mit Khan soll nun alles besser werden, denn er hat bei der Credit Suisse im wiederentdeckten Kerngeschäft, der inter­nationalen Vermögensverwaltung, für Milliardenzuflüsse gesorgt und die ­Profitabilität verdoppelt. Gleichzeitig holte er für die Credit Suisse im Verhältnis viel mehr Neugeld als seine Kollegen bei der UBS.

Erstellt: 28.08.2019, 18:36 Uhr

Weitere Änderungen

Zu einer Änderung kommt es auch an der Spitze der UBS-Sparte Asset Managment. Die bisherige Investment-Chefin der Sparte, Suni Hartford, übernehme die Leitung von Ulrich Koerner, der nach zehn Jahren in der Konzernleitung zurücktritt. Koerners Funktion als President UBS Europe, Middle East and Africa übernehme Sabine Keller-Busse zusätzlich zu ihrer aktuellen Funktion als Group Chief Operating Officer (COO). (sda)

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