UBS überrascht mit hohem Gewinn – Aktie legt deutlich zu

Die Grossbank schreibt im ersten Quartal einen Gewinn von 1,1 Milliarden Franken und übertrifft damit die Erwartungen. Zudem will die Bank ihre rechtliche Organisationsstruktur umkrempeln.

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Der UBS ist ein ansprechender Start ins neue Jahr geglückt. Sie schreibt im ersten Quartal einen Gewinn über 1'054 Millionen Franken. Im Vorfeld waren Analysten von einem Gewinn in der Grössenordnung von 848 Millionen Franken ausgegangen. Die Bank übertrifft auch das Ergebnis aus dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2013 hatte die UBS unter dem Strich 988 Millionen Franken verdient.

Das Geschäft sei zwischen Januar und März in allen Regionen und allen Sparten profitabel gewesen, teilte die Bank am Dienstag mit. In der Investmentbank, in der die UBS gemäss ihrer Ende 2011 gefassten Strategie unprofitable und risikoreiche Sparten aussortiert, stieg der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorquartal um knapp die Hälfte auf 425 Millionen Franken.

Ans hohe Ergebnis des ersten Quartals kommt die UBS in der Investmentbank allerdings nicht heran. Damals hatte die Division fast eine Milliarde vor Steuern verdient. Auffallend sind die geringeren Verluste der UBS im Corporate Center, einer zentralen Finanzierungsschnittstelle der Bank. In den Investmentbanksparten, welche die UBS abstossen will, verringerten sich die Verluste ebenfalls. Wegen der Auszahlung von Boni stieg allerdings auch der Personalaufwand, wie mitgeteilt wurde.

Eigenkapitalbasis gestärkt

In der Vermögensverwaltung erhöhte sich der operative Gewinn um knapp ein Drittel auf 619 Millionen Franken. Die Kunden gaben mehr Handelsaufträge als in früheren Quartalen, wie die Bank mitteilte. Zudem gelang es der Vermögensverwaltung zwischen Januar und März, unter dem Strich 12,8 Milliarden Franken an Neugeldern anzuziehen. Dieserer Wert liegt in der oberen Bandbreite der Schätzungen, die Analysten im Vorfeld abgegeben hatten.

Die zur Einschätzung der Profitabilität wichtige Bruttomarge im Vermögensverwaltungsgeschäft steig um 2 Basispunkte auf 87 Basispunkte. Das Ziel, das sich die UBS selbst gesetzt hat, liegt aber bei 95 bis 105 Basispunkten. Etwas Federn lassen musste die Anlagenverwaltung (Asset Management), deren operative Leistung um 6 Prozent auf 122 Millionen Franken abnahm.

Die risikogewichtete Eigenkapitalquote der Bank stieg im Lauf des Quartals von 12,8 auf 13,2 Prozent. Mit dem Überschreiten der 13-Prozent-Schwelle erreichte die Bank aus Sicht der Konzernführung um UBS-Chef Sergio Ermotti ein wichtiges Ziel. Die Bank hat die Auszahlung einer höheren Dividende von der Geschwindigkeit abhängig gemacht, mit der sie die Kapitalbasis stärkt. Fortschritte erzielte die Bank auch bei der ungewichteten Eigenkapitalquote, der so genannten Leverage Ratio. Diese stieg von 4,7 Prozent auf 5,0 Prozent.

Neue Holdingstruktur

Die UBS hofft gleichzeitig, mit einem Umbau der Rechtsstruktur von den Regulatoren etwas mildere Kapitalvorschriften zu erreichen. Wie schon im Herbst umrissen, will sich die Bank künftig statt die bisherige Spartenstruktur in drei geografisch definierte Rechtseinhieten gliedern.

Mit einer Schweizer Einheit und einer rechtlichen Tochter in Grossbritannien und den USA soll die Bank sicherer werden, denn so könnten bei neuen Finanzkrisen angeschlagene Teile abgespalten und andere gerettet werden. Die Bank will sich diese Struktur, die den Vorstellungen der Regulatoren entspricht, bis Mitte 2015 geben.

Die UBS plant dafür die Errichtung einer neuen Holding-Struktur. Die Aktionäre sollen dafür ihre bisherigen Aktien gegen Aktien die neue UBS-Holding eintauschen. Um den Investoren den Schritt schmackhaft zu machen, verspricht ihnen die Bank eine Sonderdividende von mindestens 25 Rappen, wenn die Umwandlung vollzogen ist. (ssc)

Erstellt: 06.05.2014, 06:54 Uhr

Anleger greifen nach der UBS-Aktie

Die Aktie der UBS steigt mit Kursgewinnen in den Handel.

Die grösste Schweizer Bank hat im ersten Quartal mit ihren Ergebnissen die Erwartungen übertroffen. Analysten äusserten sich aber auch kritisch zur operativen Leistung der Kerngeschäfte.

Die UBS-Aktie war am Dienstagmorgen einige Minuten nach dem Handelsstart 1,59 Prozent mehr Wert als am Montagabend. Für die Anleger dürfte interessant sein, dass die Bank die Umwandlung in eine neue Rechtsstruktur mit einer Sonderdividende von mindestens 25 Rappen pro Aktie verknüpft.

Auch die verbesserte Kapitalsituation der UBS sollte sich für die Anteilseigner auszahlen: Mit 13,2 Prozent Kernkapitalquote und einer Nach-Stresstest-Kapitalquote von knapp 10 Prozent ist die Bank praktisch in einem Bereich, in dem sie bereit ist, mindestens die Hälfte ihres Gewinns an die Aktionäre abzuführen.

Dass die Bank ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent auf 1,05 Milliarden Franken steigern konnte und damit die Prognosen übertraf, liegt laut Analysten vor allem am eingedämmten Verlust der Einheit Konzernfunktionen und an einer tieferen Steuerlast.

Mit dem Kerngeschäft überzeuge die Bank nicht vollständig, schrieben etwa die Experten der Bank Vontobel. Ausser der Konzernsparte für Privat- und Firmenkunden (Retail and Corporate) hätten alle Segmente schlechter abgeschnitten als erwartet. Trotz Gewinnsteigerungen sehen die Analysten die Leistungen der Vermögensverwaltungseinheiten und der Investmentbank eher kritisch. (sda)

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