UBS-Banker in Israel verhaftet

Die Schweizer Bank bekommt es auch in Israel mit Vorwürfen wegen Steuerhinterziehung zu tun. 14 Personen wurden festgenommen. Weitere Schweizer Banken könnten vom Fall betroffen sein.

Der Vermögensverwaltungseinheit droht weiteres Ungemach: UBS.

Der Vermögensverwaltungseinheit droht weiteres Ungemach: UBS. Bild: Reuters

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Der Steuerstreit der UBS schwappt nun auch nach Israel. Diesen Schluss legen Dokumente nahe, die ein Richter in Haifa heute zur Veröffentlichung genehmigt hat. Darin legt die israelische Steuerbehörde offen, dass sie umfangreiche Untersuchungen über nicht deklarierte Gelder führt, die in der Schweiz lagern, wie die israelische Zeitung «Globes» und die Nachrichtenagentur Reuters schreiben.

Bereits am 26. Juni waren in diesem Zusammenhang ein Kundenberater der UBS sowie 13 Israelis mit Konten bei der Schweizer Bank verhaftet worden. Die Festnahmen ereigneten sich in einem Luxushotel in Tel Aviv, wo sich der Kundenberater in Begleitung eines Teamchefs von UBS Schweiz mit seinen Kunden getroffen hat. Dies, weil die betreffenden Kunden keinen E-Mail-, Schrift- oder Telefonverkehr in Zusammenhang mit ihrem Vermögen gewünscht hätten.

«Hunderte von Millionen Euro» an Schwarzgeld

Zu den verhafteten Kontoinhabern zählen zwei Besitzer einer Klinik zur Behandlung von Impotenz im Wert von 40 Millionen Euro, die ursprünglich in Israel registriert war und deren Sitz später in eine Steueroase verschoben wurde. Bei einer Hotelzimmerdurchsuchung seien zusätzlich Listen mit Hunderten Israeli mit undeklarierten Bankkonten in der Schweiz aufgetaucht. Sowohl der UBS-Angestellte als auch dessen Kunden wurden später gegen Kaution freigelassen.

Die Verhaftungen sind laut «Globes» Teil einer grösseren Untersuchung, die von der Staatsanwaltschaft in Tel Aviv in Zusammenarbeit mit einer Steuerbehörde in Haifa geführt wird. Weitere Kunden auf der Liste des UBS-Beraters sowie aus weiteren Quellen würden durchleuchtet. Zehn weitere Personen wurden in der Zwischenzeit verhaftet, darunter der Besitzer eines Anwaltsbüros in Tel Aviv. Er wird verdächtigt, über eine Million Dollar auf einem UBS-Konto versteckt zu haben.

Vor Gericht wurden in der Angelegenheit noch keine Klagen eingereicht. Die israelischen Steuerbehörden rechnen jedoch mit weiteren Verhaftungen. Insgesamt gehen sie davon aus, dass «Tausende» weitere Israelis undeklarierte Konten auf Schweizer Banken mit grösstenteils undeklarierten Vermögen im Wert von «Hunderten» Millionen Euro besitzen. Somit könnten nach der UBS auch weitere Banken in einen Steuerstreit mit Israel verwickelt werden. Die UBS betont auf Anfrage, dass sich die Untersuchungen gegen israelische Steuerpflichtige richten und die Bank derzeit nicht Gegenstand der Ermittlungen ist. (ssc)

Erstellt: 05.11.2014, 17:11 Uhr

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