Händler Adoboli kommt auf freien Fuss

Der für den Schaden von fast 2,5 Milliarden US-Dollar bei der UBS verantwortlich gemachte Händler Kweku Adoboli wird gegen Kaution freigelassen.

Im Herbst noch auf auf dem Weg in Untersuchungshaft, heute wieder frei: Kweku Adoboli auf einer Archivaufnahme vom 17. November 2011.

Im Herbst noch auf auf dem Weg in Untersuchungshaft, heute wieder frei: Kweku Adoboli auf einer Archivaufnahme vom 17. November 2011. Bild: Keystone

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Das Gericht in London hat heute verfügt, den angeschuldigten UBS-Händler Kweku Adoboli gegen Kaution freizulassen. Der Prozess ist für den 3. September angesetzt. Der 32-jährige darf das Gefängnis Wandsworth im Süden von London wieder verlassen.

Adoboli sitzt seit dem 15. Sepember 2011 ein. Bereits im Februar hatte Adoboli um eine Freilassung gegen Kaution gebeten. Damals wurde dem Ansuchen nicht stattgegeben. Über die Kautionssumme herrscht Stillschweigen.

Die Auflagen für Adoboli sind hart. So soll er etwa eine elektronische Fussfessel verpasst bekommen. Überdies dürfe er nur zu bestimmten Zeiten das Haus verlassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Anfang September soll der Prozess losgehen. Adoboli wird vorgeworfen, aufgrund unautorisierter Handelsdeals einen Schaden bei der UBS von fast 2,5 Milliarden Dollar verursacht zu haben. Adoboli plädiert auf nicht schuldig.

Sein Anwalt, Tim Harris, sagte vor Journalisten, Adoboli sei «hoch erfreut und dem Richter sowie seinen Freunden und seiner Familie über alle Massen dankbar». Die UBS wollte dazu vorerst keinen Kommentar abgeben.

Für die Schweizer Grossbank war Adoboli vor der sogenannten Händler-Affäre im Investmentbanking tätig. Unmittelbar nachdem der Milliardenverlust bekannt geworden war, hatte UBS insgesamt acht Mitarbeitern in der Abteilung rund um Adoboli gekündigt. Die «Aufräumarbeiten» der Bank halten bis heute an. (fib)

Erstellt: 08.06.2012, 15:37 Uhr

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