USA geben Schweizer Banken mehr Zeit

Schweizer Geldinstitute, die sich im US-Steuerstreit in die Kategorie 2 eingereiht haben, erhalten eine Fristerstreckung bis Ende Juli.

Hofft zusammen mit anderen Banken in die Kategorie 3 zu rutschen: Migros Bank. (Archivbild)

Hofft zusammen mit anderen Banken in die Kategorie 3 zu rutschen: Migros Bank. (Archivbild) Bild: Keystone

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Das US-Justizministerium hat am Donnerstag die Frist für Schweizer Banken der Kategorie 2 verlängert. Sie erhalten einen Monat mehr Zeit, um Informationen einzureichen zu mutmasslicher Beihilfe zu Steuervergehen, wie die Behörde auf ihrer Webseite schreibt.

In die Kategorie 2 haben sich mehr als 100 Banken eingereiht, die möglicherweise gegen US-Steuerrecht verstossen haben. Sie haben damit Aussicht auf ein Amnestie-Abkommen, wenn sie sämtliche Informationen offenlegen und allfällige Bussen begleichen.

Fristverlängerung bis Ende Juli

Die Banken haben nun Zeit bis zum 31. Juli um die nötigen Unterlagen einzureichen. Das Justizdepartement gab an, es habe die ursprüngliche Frist vom 30. Juni verlängert, weil einige Banken Schwierigkeiten bekundeten, festzustellen, ob ein Konto nicht deklariert oder gegenüber der US-Steuerbehörde IRS rechtzeitig offengelegt worden war.

Das von der Schweiz vermittelte Programm fordert von den Kategorie-2-Banken, auch Informationen offenzulegen, die zuvor geheim waren. Zudem müssen sie mit Strafen rechnen, die bis zu 50 Prozent dessen betragen, was sie mit US-Kunden erwirtschaftet hatten.

Auf Kategorie 3 hoffen

Getreu dem Ratschlag der Finanzmarktaufsicht Finma, die den Banken im Zweifelsfall die Kategorie 2 empfahl, entschlossen sich die meisten Geldhäuser, sich hier einzureihen. In den grösseren Kantonen entschieden sich denn auch die Kantonalbanken für die Kategorie 2.

Zu den Kategorie-2-Instituten, die darauf hoffen, später in die Kategorie 3 rutschen zu können, gehören etwa die Berner Kantonalbank, die Valiant-Gruppe oder die Migros Bank.

Erst im vergangenen Monat bekannte sich die Credit Suisse im Steuerstreit schuldig, US-Bürgern bei der Hinterziehung von Steuern geholfen zu haben. Dafür bezahlt sie eine Strafe in Höhe von insgesamt 2,6 Milliarden Dollar. Die Credit Suisse gehörte zur Kategorie 1. (chk/sda)

Erstellt: 06.06.2014, 04:35 Uhr

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