Überraschung bei der Migros: Pilloud unterliegt deutlich

Die für das Präsidium empfohlene Ex-SBB-Managerin erhielt nur 27 von 100 Stimmen. Das Rennen machte eine Migros-Interne.

Die ehemalige SBB-Managerin Jeannine Pilloud war zur Wahl empfohlen worden, nun wird aber Ursula Nold die neue Präsidentin der Migros-Verwaltung. (Video: SDA)

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Ursula Nold wird neue Präsidentin der Verwaltung der Migros, wie der orange Riese am Samstag mitteilte. Die Delegierten wählten damit eine interne Kandidatin zur Nachfolgerin des Bisherigen Andrea Broggini.

Nold wird das Amt am 1. Juli antreten. Sie setzte sich bei ihrer Wahl am Samstag in Zürich mit 73 zu 27 Stimmen gegen ihre Konkurrentin durch.

Ihre Wahl wurde intern als richtungsweisend wahrgenommen. Denn: Nold, die seit 2008 die Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschaftsbunds (MGB) präsidiert, hat sich gegen Jeannine Pilloud durchgesetzt, die ehemalige Chefin Personenverkehr bei den SBB. Bemerkenswert: Pilloud hatte die offizielle Unterstützung der Migros-Oberen.

Unterschiedlicher Kurs

Die beiden Frauen stehen für einen unterschiedlichen Kurs der künftigen Migros. Nold wird als die Bewahrerin eingeschätzt, während Pilloud das Etikett der Veränderung angeheftet wurde.

Nold ist seit 2005 Dozentin und Angebotsverantwortliche für den Bereich Kader- und Systementwicklung im Institut für Weiterbildung und Medienbildung der Pädagogischen Hochschule Bern. Daneben ist sie Verwaltungsrätin des Bildungsunternehmens WKS KV Bildung, Verwaltungsratspräsidentin der KMU-Unterstützerfirma Be Advanced sowie Stiftungsrätin von Konzert Theater Bern.

Zuvor war sie seit 1996 Mitglied im Genossenschaftsrat der Migros Aare und stand diesem ab 2004 als Präsidentin vor.

Der bisherige Präsident Andrea Broggini hatte vergangenen Herbst seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt. Der Tessiner Wirtschaftsanwalt präsidiert die 23-köpfige Verwaltung, wie das oberste Aufsichts- und Verwaltungsgremium des Migros-Genossenschaftsbundes heisst, seit 2012.

Pilloud gratuliert

Ursula Nold dankte den Migros-Delegierten für das Vertrauen. «Ich freue mich, gemeinsam mit den regionalen Genossenschaften, der Verwaltung und der Generaldirektion mitzuhelfen, die Migros in die Zukunft zu führen. Die Kundenbedürfnisse ändern sich und damit auch die Ansprüche an die Migros als stark verankertes Unternehmen mit hohen sozialen Werten. In diesem dynamischen Umfeld bin ich überzeugt: Die Migros wird mit Innovationsgeist und ihrer Nähe zu den Kunden ein sicherer Wert für die Schweizer Bevölkerung bleiben», sagte Nold.

Wird als die Bewahrerin eingeschätzt: Ursula Nold nach der Wahl. (Melanie Duchene, Keystone)

Der abtretende Präsident Andrea Broggini sagte: «Ich freue mich, dass die Delegierten heute erstmals in der Geschichte der Migros eine Frau als Präsidentin der Verwaltung gewählt haben. Ursula Nold wird eine Präsidentin, die zukunftsorientiert für die einzigartigen Werte der Migros einstehen wird.»

Jeannine Pilloud (54), die vom Evaluationsgremium als externe Kandidatin fürs Präsidium empfohlen worden war, gratulierte Ursula Nold. «Ich bin überzeugt, die Delegierten haben eine gute Wahl getroffen. Ich bleibe der Migros selbstverständlich verbunden.»

Vorsteherin der Migros-Verwaltung

Die neue Präsidentin wird der Migros-Verwaltung vorstehen, welche ihre Entscheide mit Mehrheitsbeschlüssen trifft. Die Verwaltung setzt sich aus 23 Mitgliedern zusammen – zehn externen, unabhängigen Mitgliedern und 13 internen Mitgliedern, darunter die zehn Vertreter der regionalen Genossenschaften.

Zu den Kompetenzen der Verwaltung gehören die Festlegung der Strategie und die Ausgestaltung der Rechnungslegung sowie die Finanzkontrolle und Finanzplanung. Sie sorgt zudem für die Schaffung von leistungsfähigen Führungs- und Organisationsstrukturen innerhalb der Migros und ernennt und überwacht die Generaldirektion. Die operative Führung delegiert die Verwaltung an die Generaldirektion unter der Leitung des Präsidenten, seit 2018 Fabrice Zumbrunnen. (anf/sda)

Erstellt: 23.03.2019, 10:54 Uhr

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