Ueli Prager ist gestorben

Der Schweizer Gastropionier und Mövenpick-Gründer Ueli Prager ist am Samstag im Alter von 95 Jahren verschieden. Am Schluss sagte er: «Das Mövenpick von heute ist nicht mehr mein Mövenpick.»

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Der Hotelierssohn, der sich für den Namen seines Restaurants angeblich von Möwen am Zürichsee inspirieren liess, hatte im Zürcher Claridenhof 1948 mit geborgtem Geld das erste Restaurant eröffnet. Es folgte ein Lokal nach dem anderen. Zur Gruppe gehörten Edellokale, aber auch die Fast-Food-Kette Silberkugel.

Ab 1965 expandierten die Mövenpick- Restaurants nach Deutschland. Die erste Filiale entstand in Frankfurt am Main. Bald darauf öffnete das erste Hotel die Pforten: das Jolie Ville Motor Inn in Zürich. Das erste Autobahnrestaurant folgte. Die Mövenpick-Glace wurde Ende der 60er-Jahre entwickelt. Der Konzern diversifizierte danach im Bereich Lebensmittel mit Rauchlachs oder Kaffee unter dem Motto «von Mövenpick-Gastronomen kreiert». 1975 wurden die ersten Hotels in Ägypten eröffnet – eines in der Nähe der Pyramiden von Gizeh. Um die Jahrtausendwende setzte dann Mövenpick Hotel & Resorts verstärkt auf den Nahen Osten.

Ende der 80er-Jahre trat Gründer Ueli Prager als Direktionspräsident zurück und überliess das Geschäft zunächst seiner Frau Jutta. 1992 zogen sie sich beide als Mehrheitsaktionäre zurück und verkauften ihre Anteile an den deutschen Investor August von Finck. 2003 wurden die weltweiten Markenrechte von Mövenpick-Glace an Nestlé verkauft. «Das Mövenpick von heute ist nicht mehr mein Mövenpick», stellte Prager nüchtern fest. 2007 übernahm die Carlton Holding von Luitpold von Finck die Mövenpick-Gruppe. Die Aktien wurden von der Schweizer Börse dekotiert, Mövenpick ist seither wieder ein Familienunternehmen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.10.2011, 07:06 Uhr

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