Unrühmliche Leistung von Syngenta

Wegen der Produktion von giftigen Unkraut- und Insektenvernichtern hat es der Basler Agrochemiekonzern in die Endauswahl für den «Public Eye Award» geschafft.

Das Unternehmen könnte als übelstes Unternehmen ausgezeichnet werden: Syngenta-Gebäude in Basel. (19. April 2006)

Das Unternehmen könnte als übelstes Unternehmen ausgezeichnet werden: Syngenta-Gebäude in Basel. (19. April 2006) Bild: Keystone

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Der Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta hat es in die Endauswahl für den Schmähpreis «Public Eye Award» geschafft. Die Brandmarkung als übelstes Unternehmen wird am 27. Januar am Rande des WEF in Davos von Greenpeace und der Erklärung von Bern (EvB) vorgenommen.

Heute habe die Internetabstimmung für die schlimmsten Fälle von Umweltsünden und Menschenrechtsverstössen begonnen, die noch bis am 26. Januar um Mitternacht laufe, teilten Greenpeace und die Erklärung von Bern in einem Communiqué mit. Zur Auswahl stünden die sechs skandalösesten Fälle, die eine Fachjury aus über 40 Nominationen von Nichtregierungsorganisationen bestimmt habe.

Darunter befindet sich das Basler Unternehmen Syngenta, die britische Grossbank Barclays und der US-Minenkonzern Freeport McMoRan. Nominiert sind auch der japanische Energiekonzern Tepco, der südkoreanische Elektronikhersteller Samsung und der brasilianische Minenkonzern Vale.

Vergiftungen

Syngenta wird vorgeworfen, giftige Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel zu produzieren. Diese würden viele Bauern weltweit schädigen. Zudem werde im mittleren Westen der USA ein grosser Teil des Wassers verseucht. Syngenta habe in diesem Zusammenhang versucht, einen kritischen Wissenschaftler mit Geld zum Schweigen zu bringen.

Syngenta konterte, man stehe zu den Produkten und ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. Der Konzern sei offen für einen konstruktiven Dialog mit EvB und Greenpeace. Die Kritik von EvB und Greenpeace verkenne den unerlässlichen Beitrag von Pflanzenschutz zur Ernährungssicherheit, schreibt Syngenta in einer Stellungnahme.

«Wir schulen Landwirte auf der ganzen Welt in der sicheren und effektiven Anwendung unserer Produkte», hiess es. Ein besonderer Schwerpunkt werde dabei auf diejenigen Landwirte gelegt, die den höchsten Risiken ausgesetzt seien: Kleinbauern und Fremdarbeiter in Entwicklungsländern, die mit Rucksack-Sprühern arbeiteten.

Für die weltweit meisten Schlagzeilen hat indes der japanische Energiekonzern Tepco mit der Atomkatastrophe von Fukushima gesorgt. Tepco habe wider besseres Wissen aus Kostengründen die bauliche Sicherheit seiner AKWs stark vernachlässigt. Ausserdem habe der Konzern während der nuklearen Katastrophe teils falsch oder viel zu spät informiert.

Die britische Grossbank Barclays steht wegen Spekulationen auf Nahrungsmittel am Pranger der Nichtregierungsorganisationen. Die Spekulationen trieben die Lebensmittelpreise in die Höhe, worunter die Ärmsten litten.

Umweltsünden

Die Minen- und Bergbaukonzerne Freemont und Vale sind wegen Umweltsünden in der Kritik. Bei der Gold- und Kupfermine Grasberg von Freemont in Westpapua würden täglich 230'000 Tonnen mit Schwermetall verseuchter Morast anfallen, die weiträumig die Umwelt verschmutzten.

Vale beteilige sich am Bau des Belo-Monte Staudamms im Amazonasgebiet. Dieser habe voraussichtlich 40'000 Zwangsumsiedlungen zur Folge, wobei die Betroffenen keine Entschädigung erhielten, schrieben Greenpeace und die Erklärung von Bern.

Samsung sei nominiert, weil es in seinen Fabriken teils verbotene, hochgiftige Stoffe einsetze, ohne die Arbeiter zu informieren oder zu schützen. Mindestens 140 Arbeiter seien deshalb an Krebs erkrankt, mindestens 50 Arbeiter seien daran gestorben. Samsung streite indes seine Verantwortung ab, hiess es weiter. (kle/sda)

Erstellt: 05.01.2012, 15:04 Uhr

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