Vasella-Nachfolger erhält vergleichsweise kleinen Lohn

Novartis steigert den Quartalsgewinn um 7 Prozent. Auch beim Umsatz legte der Pharmakonzern zu. Trotzdem werden 300 Stellen abgebaut. Auch der Lohn des neuen Verwaltungsratspräsidenten ist nun bekannt.

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Der Pharmakonzern Novartis hat im ersten Quartal 2013 den Gewinn gegenüber der Vorjahresperiode um 7 Prozent auf 2,42 Milliarden Dollar gesteigert. Der Betriebsgewinn lag bei 2,9 Milliarden Dollar und damit 6 Prozent höher als im Vorjahr.

Beim Umsatz legte Novartis um 2 Prozent auf 14,02 Milliarden Dollar zu. Wechselkursbereinigt betrug der Anstieg 4 Prozent, wie der Konzern mitteilte. Am Ausblick für das Gesamtjahr hält das Unternehmen fest. Demnach wird ein Nettoumsatz auf dem Niveau des Vorjahres (56,6 Milliarden Dollar) erwartet.

Gleichzeitig gab der Konzern einen Personalwechsel bekannt: Der bisherige Finanzchef der Pharmasparte, Harry Kirsch, wird Finanzchef des Gesamtkonzerns. Er übernimmt damit die Position von Jon Symonds, der nach 17 Jahren zurücktritt. Bis Ende des Jahres wird Symonds aber noch als Berater von Konzernchef Joseph Jimenez tätig sein.

Verwaltungsratspräsident erhält tieferen Lohn

Nach dem Abgang von Daniel Vasella als Novartis-Verwaltungsratspräsident muss sich sein Nachfolger mit einem vergleichsweise bescheidenen Gehalt begnügen. Jörg Reinhardt, der ab August die oberste Aufsicht beim Pharmakonzern übernimmt, wird eine jährliche Vergütung von 3,8 Millionen Franken erhalten. Daniel Vasella hatte 2012 noch 13,1 Millionen Franken und damit mehr als dreimal so viel Lohn bezogen. Er hatte im Januar seinen Rücktritt bekanntgegeben.

Reinhardts Gehalt setzt sich je zur Hälfte aus einer Barvergütung und aus Aktien zusammen, wie Novartis gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Quartalszahlen mitteilte. Zusätzlich erhält er eine «Entschädigung für verloren gegangene Ansprüche gegenüber seinem vorherigen Arbeitgeber» über 2,6 Millionen Euro. Reinhardt hatte zuletzt die Pharmasparte des deutschen Bayer-Konzerns geleitet.

«Keine variable Komponente»

Die reguläre Vergütung des neuen Verwaltungsratspräsidenten beinhalte «keine variable oder sonstige Komponente, die nicht in den geltenden Regeln und Vorschriften von Novartis vorgesehen ist», teilte das Unternehmen mit.

Ulrich Lehner, der den Verwaltungsrat bis zum Amtsantritt Reinhardts interimistisch leitet, erhält dafür auf ein Jahr hochgerechnet 1,9 Millionen Franken. Sein Lohn setzt sich ebenfalls je hälftig aus Barzahlungen und Aktien zusammen. Novartis kündigte weiter an, noch vor Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2013 «weitere Angaben zur Vergütung» von Vasella zu machen.

Novartis-Konzernchef Joseph Jimenez hatte im vergangenen Jahr ein Gehalt von 13,2 Millionen Franken bezogen und damit etwas weniger verdient als 2011.

Novartis baut in den USA 300 Stellen ab

Novartis restrukturiert sein Werk im US-amerikanischen Lincoln. Dadurch fallen rund 300 Arbeitsplätze weg, wie Konzernchef Joseph Jimenez in einer Telefonkonferenz sagte. Der Standort Lincoln, wo Medikamente hergestellt werden, war im vergangenen Jahr wegen Qualitätsproblemen in den Fokus der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA gerückt. Zeitweise musste die Produktion unterbrochen werden.

Bisher seien in Lincoln fünf verschiedene Darreichungsformen hergestellt worden, erklärte Jimenez. Nun soll die Produktionsanlage vereinfacht und auf die Herstellung von zwei Formen von Produkten konzentriert werden.

Stellenabbau über zwei Jahre

Nach Abschluss dieser Massnahmen werde sich der Standort bei minimaler Produktkomplexität auf operative Höchstleistungen konzentrieren können, schreibt Novartis in der Medienmitteilung zum Abschluss des ersten Quartals.

Nach Angaben des Konzerns wird der Stellenabbau über die kommenden zwei Jahre durchgeführt. Die 300 Arbeitsplätze entsprechen 40 Prozent der Belegschaft am Standort Lincoln. Novartis rechnet im Zusammenhang mit der Restrukturierung mit Wertminderungen und Rückstellungen im Gesamtbetrag von 100 Millionen Dollar, wovon im abgeschlossenen ersten Quartal 2013 insgesamt 51 Millionen Dollar verbucht wurden. (bru/sda)

Erstellt: 24.04.2013, 08:17 Uhr

Hat ab August die oberste Aufsicht beim Pharmakonzern: Jörg Reinhardt.

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