Verzweifelt auf der Suche nach weissen Hängen

Die Wintergäste sind da, der Schnee fehlt: Um Touristen doch noch Abfahrten zu ermöglichen, werden sie im Wallis in Bussen quer durch den Kanton transportiert. Ein Skigebiet profitiert besonders.

Hier liegt genug Schnee: Blick von der Station Mittelallalin auf 3456 Meter über Meer. (Screenshot: Webcam Saas-Fee/20. Dezember 2014)

Hier liegt genug Schnee: Blick von der Station Mittelallalin auf 3456 Meter über Meer. (Screenshot: Webcam Saas-Fee/20. Dezember 2014)

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Von einer «absoluten Ausnahmesituation» spricht Daniela Burgener, Leiterin der Administration bei den Bergbahnen von Saas-Fee. Eigentlich seien die einzelnen Skigebiete im Wallis stets bemüht, ihre Gäste wenn immer möglich im Ort zu behalten, doch wegen des Schneemangels sei die Situation momentan anders.

Ganze Gruppen von Touristen werden von anderen Walliser Skigebieten in Bussen nach Saas-Fee geschickt. Am Samstag hätten sich offiziell vier bis fünf Gruppen angemeldet, sagt Burgener. Es würden über das Wochenende aber noch deutlich mehr erwartet. Kurz vor Weihnachten sei das aussergewöhnlich.

Das Skigebiet Saas-Fee gilt als sehr schneesicher. Aktuell sind laut Burgener 96 Prozent der Pisten offen. Gemäss dem Wintersportbericht von Schweiz Tourismus liegen im Gebiet 180 Zentimeter und im Ort 23 Zentimeter Schnee. Kein anderes Gebiet im Wallis vermeldet derzeit so hohe Werte, in vielen ist ein grosser Teil der Anlagen geschlossen.

Schadenfreude in Saas-Fee

Burgener nennt unter anderem Busse aus Leukerbad und Crans-Montana, welche für das Wochenende erwartet würden. In den beiden Orten will man diese Information nicht bestätigen. Die Tourismusbüros geben an, nichts von solchen Fahrten zu wissen.

Gemäss Modeste Jossen, Direktor der Bergbahnen von Leukerbad, wurde aber zumindest über «solche Anstrengungen» diskutiert. Er wisse zudem, dass mehrere Hotels in Leukerbad diesen Service anböten. Durchgeführt würden Transfers in andere Skigebiete jedoch jeweils den ganzen Winter und nicht nur dann, wenn Schneemangel herrsche.

Schadenfreude ob der Situation der Konkurrenz kann sich das Tourismusbüro von Saas-Fee nicht verkneifen. In einer aktuellen Medienmitteilung zu den Pistenverhältnissen verweist es auf dieses Werbevideo:

(Quelle: Saas-Fee Tourismus/Youtube)

(ldc)

Erstellt: 20.12.2014, 12:15 Uhr

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