Vollblutpolitiker Urs Schwaller wird Post-Präsident

Der scheidende Freiburger CVP-Ständerat folgt auf Peter Hasler, der im April 2016 altershalber zurücktritt.

Noch-Politiker Urs Schwaller: «Der Service public war für mich immer ein wichtiges Thema.» (Archivbild / 24.9.2015)

Noch-Politiker Urs Schwaller: «Der Service public war für mich immer ein wichtiges Thema.» (Archivbild / 24.9.2015) Bild: Keystone

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Der 63-jährige Urs Schwaller ist kein in der Wolle gelb gefärbter Pösteler. Er hat sich bisher nicht besonders eng mit der Post befasst, wenn man von seiner Tätigkeit in der Finanzkommission und der Finanzdelegation des Ständerats absieht. «Aber der Service public war für mich immer ein wichtiges Thema», sagt er. Er freue sich, künftig bei der Gestaltung des Service public mitzuwirken.

Er wolle sich aber keinen Stempel aufdrücken lassen, weder den des Liberalisierers noch den des Bewahrers, betont er. Die Post sei ein wichtiges Unternehmen und sie stehe zunehmend im Wettbewerb. Klar sei ihm auch, dass sich die Digitalisierung nicht aufhalten lasse. Diesen Herausforderungen müsse sich die Post stellen. Eine wichtige Aufgabe als Präsident werde sein, den Ausgleich zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen zu schaffen.

Viele Erfahrungen gesammelt

Wichtig sei auch die Schnittstelle zwischen der Post und dem Bund als Eigentümer: Hier könne er von seiner Erfahrung als Politiker profitieren. Er war von 1992 bis 2003 Freiburger Staatsrat und seither Ständerat. Zweimal war er als Bundesrat im Gespräch, 2009 zog ihm die Bundesversammlung den welschen Freisinnigen Didier Burkhalter vor.

Erfahrung gesammelt hat Schwaller auch in diversen Verwaltungsräten. Die Mandate bei der Interkantonalen Rückversicherung und beim Verband der Zementindustrie will er abgeben. Weiter sitzt er unter anderem in den Verwaltungsräten der Freiburger Elektrizitätsfirma Groupe-E, der Liebherr Machines Bulle SA, der Groupe Mutuel, der Druckerei Saint-Paul sowie im Stiftungsrat von Swissaid. «Einen möglichen Interessenkonflikt könnte es im Zusammenhang mit dem Mandat bei der Groupe Mutuel einzig in der Frage der E-Health geben – das wird zu prüfen sein», sagt Schwaller.

Ob er noch einige Mandate abgeben wird, hängt laut ihm vom Zeitbudget ab. Sein Ziel sei, nach dem Ausscheiden aus dem Ständerat kürzer zu treten und sich die Wochenenden freizuhalten. Die Aufgabe als Post-Präsident entspricht laut der gestrigen Medienmitteilung einem 50-Prozent-Pensum. Zudem beabsichtigt Schwaller, wieder vermehrt als Anwalt tätig zu sein.

Vom Verwaltungsrat angefragt

«Für das Post-Präsidium habe ich mich nicht beworben, sondern ich bin vom Verwaltungsrat angefragt worden», betont er. Der Verwaltungsrat habe ihn dem Bundesrat empfohlen, und dieser habe seine Kandidatur gutgeheissen. Die Wahl obliege der Generalversammlung vom 26. April 2016. Er sei zwar wie Departementsvorsteherin Doris Leuthard CVP-Mitglied, doch der Gesamtbundesrat habe seine Nomination gutgeheissen – es sei somit keine CVP-Wahl.

Hasler brachte Ruhe in die Post

Der scheidende Post-Präsident Peter Hasler wird am 24. April 2016 seinen 70. Geburtstag feiern. Er muss dann altershalber zurücktreten. Sein grösster Verdienst ist, dass er die Post in ruhigere Bahnen gelenkt hat. Der ehemalige Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands wurde Anfang 2010 neuer Post-Präsident, als Nachfolger von Claude Béglé. Während der kurzen Amtszeit Béglés war die Post-Spitze durch Streitigkeiten gelähmt. Mitte Dezember 2009 wurde Postchef Michel Kunz durch den langjährigen Postfinance-Chef Jürg Bucher ersetzt. Einen Monat später musste auch Béglé gehen. Nun kehrt er nach Bern zurück – als neu gewählter CVP-Nationalrat.

Die grösste Überraschung gelang Hasler 2011, als er die bis zu diesem Zeitpunkt wenig bekannte Susanne Ruoff als neue Postchefin vorstellte. In seine Amtszeit fiel auch die Umwandlung der Post von einer Anstalt in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft. (Der Bund)

Erstellt: 28.10.2015, 23:26 Uhr

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