Vorwürfe wegen Steuerbetrug: Vize-Chef von Sarasin tritt zurück

Gegen die Bank J. Safra Sarasin laufen Untersuchungen wegen mutmasslichen Steuerbetrugs in Deutschland. Nun rollen erste Köpfe: Der Vize-Chef tritt per sofort ab.

Weist die Vorwürfe gegen ihn zurück: Vize-Chef Eric G. Sarasin. (Archivbild: Keystone)

Weist die Vorwürfe gegen ihn zurück: Vize-Chef Eric G. Sarasin. (Archivbild: Keystone)

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Anschuldigungen prominenter Kunden, eine Untersuchung wegen angeblich unsauberen Steuerdeals: Für Eric Sarasin wurde der Druck offenbar zu gross. Der Vize-Chef der Bank J. Safra Sarasin tritt per sofort zurück. Er weist aber alle Vorwürfe von sich. Er trete zurück, weil er sich unbelastet von anderen Aufgaben seiner Verteidigung widmen möchte, begründet die Bank in einer Mitteilung seinen Entscheid. Die Bank akzeptiere den Rücktritt mit Bedauern, heisst es weiter.

Eric Sarasin stand seit längerem in den Schlagzeilen. So wirft der deutsche Investor Carsten Maschmeyer dem Bankier gemäss Presseberichten vor, dass er ihn um ein Millionenvermögen gebracht habe und ihn fast in eine unsaubere Steuertrick-Geschichte verwickelt hätte.

Die Bank Sarasin soll ihm sowie auch anderen vermögenden Kunden jahrelang empfohlen haben, in bestimmte Fonds zu investieren. Im Nachhinein erwiesen sich diese Investitionen offenbar als Flaute. Durch Transaktionen um den Zeitpunkt der Dividendenzahlung, sogenannte Cum-Ex-Transaktionen, soll zudem bewusst ein Verwirrspiel inszeniert worden sein. Verlierer ist die Steuerbehörde. In Deutschland und auch in der Schweiz sind diese Cum-Ex-Geschäfte verboten. Wie nachteilig die besagten Fonds-Geschäfte für den deutschen Fiskus tatsächlich waren, klärt die Justiz derzeit ab. Maschmeyer und andere Kunden wollen von diesen illegalen Transaktionen nichts gewusst haben. Sie haben darum Klage eingereicht.

Rechtshilfegesuch aus Deutschland

Vor rund einer Woche gab es bei der Bank J. Safra Sarasin eine Razzia. Es handle sich um Rechtshilfe in einem deutschen Betrugs- und Steuerhinterziehungsverfahren gegen die Bank und weitere Beschuldigte, hiess es. Die Untersuchung war offenbar Teil einer Grossrazzia. Die Zürcher Staatsanwaltschaft koordinierte Untersuchungen in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Graubünden, St.Gallen, Schwyz, Zug und Zürich.

J. Safra Sarasin erklärte auf Anfrage vor rund eine Woche, dass die betroffenen Geschäfte aus der Zeit stammten, als die Bank Sarasin noch im Besitz der Rabobank war. Zu keinem Zeitpunkt habe die Bank J. Safra Sarasin solche Cum-Ex-Produkte aufgesetzt oder betrieben. Entsprechend kooperiere die Bank uneingeschränkt in den Ermittlungen, welche die Schweizerischen Behörden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln und Frankfurt durchführen.

Eric Sarasin war während 26 Jahren in der Bank tätig, seit 1994 als Teilhaber der damaligen Bank Sarasin & Cie. Die Bank gehört seit 2012 mehrheitlich der brasilianischen Safra Gruppe und nennt sich seither J. Safra Sarasin. (thu/sda)

Erstellt: 31.10.2014, 15:46 Uhr

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