Warum sich Freundlichkeit im Job auszahlt

Heute ist Weltfreundlichkeitstag. Fünf Punkte zeigen auf, wieso sich Freundlichkeit im Büro lohnt und zu mehr Zufriedenheit führt.

Wer freundlich ist, hat grössere Chancen, einen Job zu bekommen und zu behalten (Symbolbild).

Wer freundlich ist, hat grössere Chancen, einen Job zu bekommen und zu behalten (Symbolbild). Bild: istock

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Egoisten und Raubeine sind erfolgreicher im Job? Falsch. Das zumindest zeigen Studien, die Knigge-Expertin Susanne Abplanalp in ihrem Buch «Der Office-Knigge» zitiert. Demnach hat sich gezeigt, dass man mit guten Umgangsformen nicht nur leichter durchs Leben kommt, sondern auch im Beruf weiterkommt.

Sie habe immer wieder erlebt, was mit wertschätzender Führung erreicht wird, so Abplanalp. Gleichzeitig zeige sich, «welche Potenziale brachliegen und Ressourcen verloren gehen, wenn Mitarbeitenden zu wenig Beachtung und Anerkennung entgegengebracht wird».

In fünf Punkten zeigt der Knigge-Profi zum heutigen Weltfreundlichkeitstag auf, wieso sich Freundlichkeit im Büro lohnt.

1. Erfolg hängt zu 85 Prozent von Sozialkompetenz ab

Für Firmen ist entscheidend, ob Kandidaten neben den fachlichen Skills auch über Sozialkompetenzen verfügen. Sprich, ob sie kommunikativ, freundlich und verlässlich sind. Wer glaubhaft vermitteln kann, dass er dies bieten kann, ist im Vorstellungsgespräch meist erfolgreicher. Studien zufolge hängt die Chance, einen Job zu bekommen, ihn zu behalten und in ihm voranzukommen, nur zu 15 Prozent von Fachwissen und -kompetenz ab. Ganze 85 Prozent würden von Sozialkompetenz der Person entschieden. «Höfliches und professionelles Benehmen sind eine Schlüsselkomponente für den persönlichen Erfolg», sagt auch Abplanalp.

2. Freundlichkeit wird belohnt

Mit Freundlichkeit ist es wie mit Karma: Ist man nett und hilfsbereit, wird man künftig ebenfalls gut behandelt, ist Abplanalp überzeugt. «Direkt oder indirekt kommt eine nette Geste zurück – sofort oder sogar erst Jahre später», sagt sie. Das haben auch Studien gezeigt: Menschen empfinden die soziale Verpflichtung, sich zu revanchieren, wenn ihnen jemand hilft oder einen Gefallen tut. Das schreibt auch Robert Cialdini in seinem Buch «Die Psychologie des Überzeugens». Weiter lohnt sich uneigennütziges Verhalten auch fürs Portemonnaie: Eine neue Studie der Universität in Stockholm zeigt, dass Egoisten weniger verdienen als sozial engagierte Menschen.

3. Unhöflichkeit ist ansteckend

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück: So steht es nicht nur mit Freundlichkeit, sondern auch mit dem Gegenteil. Wer stets unfreundlich ist, wirkt auf andere auch so. So könne es sein, dass eine ganze Abteilung oder eine Firma den Mitarbeiter als entweder tendenziell freundlich oder unfreundlich wahrnimmt, so Abplanalp. «Negatives Verhalten wird sich in Ihrer Arbeitsatmosphäre genauso schnell ausbreiten, wie die Krankheitserreger über die Klimaanlagen auf Interkontinentalflügen», schreibt die Expertin zudem. Das zeigt eine Studie der Universität Florida. Die Forscher kamen zum Schluss, dass «sich mit Unhöflichkeit anzustecken sei, wie sich mit einer Erkältung anzustecken».

4. Freundlichkeit generiert mehr Umsatz

Arbeiten Mitarbeiter in einem freundlichen Umfeld, übertragen sie das auch auf die Kunden. «Diese echt gelebte Freundlichkeit macht für den Kunden den Unterschied zur Konkurrenz», so Abplanalp. Der Kunde fühle sich gut behandelt, kaufe eher ein und komme gerne zurück. Eine amerikanische Studie mit dem Namen «Die Macht der Freundlichkeit» («The Power of Nice») zeigt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Arbeitsklima und dem Verkaufsumsatz gibt. Einer Studie zufolge ist dies sogar messbar: Ein um zwei Prozent besseres Arbeitsklima führe zu einem um ein Prozent gesteigerten Umsatz.

5. Zufriedener dank Wertschätzung

Ob jemand freundlich sein kann, hängt auch damit zusammen, wie zufrieden die Person bei der Arbeit ist. Und das wiederum hängt mit der Wertschätzung, die sie für ihre Arbeit erhält, zusammen. Je grösser die gefühlte Wertschätzung, desto zufriedener die Mitarbeiter. «Wir arbeiten alle motivierter, wenn unsere Arbeit gesehen wird und wir ab und zu von Vorgesetzten und Kollegen gelobt werden», so Abplanalp. Das ergibt auch eine Umfrage unter Schweizer Berufsmilitärs, die im «Swiss Journal of Psychology» veröffentlicht wurde. Demnach besteht zwischen Wertschätzung und Arbeitszufriedenheit ein deutlicher Zusammenhang. (cfr)

Erstellt: 13.11.2018, 16:44 Uhr

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