Was der Dreamliner für die Schweiz bedeutet

Qatar Airways plant, Zürich mit ihrem neuen Dreamliner anzufliegen. Was auf die Schweiz zukommt mit dem Flugzeug des Typs Boeing 787 – etwa bezüglich Fluglärm.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Qatar Airways nahm diese Woche ihre erste Boeing 787 entgegen. Eine der ersten Destinationen, die aus Doha mit dem sogenannten Dreamliner angeflogen werden, ist Zürich – neben London, Frankfurt und Delhi. Ab wann genau das Flugzeug auf der Strecke Doha–Zürich eingesetzt wird, ist noch nicht bestätigt, sagt Bernd Dickhoven, Marketingverantwortlicher Schweiz bei Qatar Airways, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Was gab den Ausschlag, dass Zürich als eine der ersten Destinationen mit dem Qatar-Dreamliner angeflogen wird? «Die Schweiz ist für uns ein sehr wichtiger Markt und insbesondere Zürich ein sehr wichtiger Ausgangspunkt», so Dickhoven. «Wir sehen hier grosses Potenzial für den Einsatz unseres Dreamliners.»

Deutlich weniger Fluglärm

Zurzeit fliegt Qatar Airways die Strecke Doha–Zürich noch mit einem Airbus A330-200. Was ändert sich, sollte stattdessen der Dreamliner eingesetzt werden? Max Ungricht, Chefredaktor der Aviatikzeitschrift «Cockpit», erklärt: Die B787 sei eine neue Generation von Flugzeug: komplett neu designt und aus neuen, leichteren Materialien gebaut. So sei der Treibstoffverbrauch viel geringer als bei vergleichbaren Flugzeugen. «Der A330 hingegen ist langsam ein in die Jahre gekommenes Modell, an dem nur Aktualisierungen vorgenommen wurden», so Ungricht.

Zum leichteren Gewicht des Dreamliners kommen die leistungsfähigeren Triebwerke hinzu. Dank beidem kann die Maschine nach dem Start schneller steigen, und dies führt zu einem kleineren Lärmteppich. Das heisst, die Fläche des am Boden hörbaren Lärms wird kleiner. Ohnehin ist die B787 ähnlich leise wie der A380, wie Ungricht sagt. Also für das menschliche Hörempfinden etwa halb so laut wie der A330. Ausserdem ist die Kabine des Dreamliners geräumiger.

Dreamliner braucht Zulassung vom Bazl

Am Flughafen Zürich braucht das neue Boeing-Flaggschiff keine spezielle Abfertigung – im Gegensatz zum Airbus A380, mit dem Singapore Airlines seit März 2010 Zürich anfliegt. Wie Sprecherin Jasmin Bodmer auf Anfrage sagt, sei das Besondere am Dreamliner nicht seine Grösse, sondern das neue Material. Dieses macht das Flugzeug leichter. «Bezüglich Spannweite und Länge gehört es in dieselbe Kategorie wie etwa Airbus A330, A340 oder Boeing B747, B767 und B777.» Am Dock E, das für Langstreckenflugzeuge ausgelegt ist, werden schon heute Flugzeugtypen in dieser Grössenordnung abgefertigt. Zum Vergleich: Der A380 ist mit einer Flügelspannweite von 79,8 Metern deutlich breiter als der Dreamliner (60 Meter). Auf welchen Pisten des Flughafens Zürich die B787 landen und starten wird, hängt nicht vom Flugzeugtyp ab, sondern vom Betriebsreglement. Je nach Tageszeit wird auf unterschiedlichen Pisten gestartet und gelandet.

Noch wird keiner der Schweizer Flughäfen von der B787 bedient. Für den Einsatz dieses Flugzeugtyps hierzulande ist eine Zulassung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) nötig, wie Sprecherin Mireille Fleury gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt. «Das ist aber keine schwierige Angelegenheit.» Die 787 bewege sich in der Grössenordnung eines Airbus A330 – also in einem Rahmen, mit dem man bereits vertraut sei. Möglicherweise sei auch nicht unbedingt ein technischer Check nötig, so Fleury. Eine Anfrage von Qatar Airways hat das Bazl bis anhin nicht erhalten.

Erstellt: 15.11.2012, 17:08 Uhr

Welche Airlines mit dem Dreamliner fliegen oder fliegen werden

- All Nippon Airways (ANA), Japan, seit Oktober 2011
- Japan Airlines, Japan, seit Mai 2012
- Ethiopian Airlines, Äthiopien, seit August 2012
- Air India, Indien, seit September 2012
- LAN Airlines, Chile, seit Oktober 2012
- United Airlines, seit November 2012
- Qatar Airways, Qatar, ab Dezember 2012
- LOT Polish Airlines, Polen, ab Dezember 2012 (als erste europäische Airline)
- Norwegian Airlines, Norwegen, ab Juni 2013
- Jetairfly, Belgien, ab Ende 2013

Artikel zum Thema

Neues Boeing-Flaggschiff Dreamliner kommt nach Zürich

Hintergrund Zürich steht nach der Einführung des täglichen A380-Fluges nach Singapur ein weiteres Highlight der Luftfahrt bevor. Qatar Airways will die Boeing 787 auf der Strecke Doha–Zürich einsetzen. Mehr...

«Wir eröffnen 2013 das weltweit erste exklusive A380-Terminal»

Emirates wächst rasant, bestellt Dutzende der modernsten Maschinen und spielt satte Gewinne ein. Jürg Müller, Schweiz-Chef der Airline, über Subventionsvorwürfe, neue Destinationen und den Schweizer Markt. Mehr...

Qantas storniert Bestellung bei Boeing

50 neue Maschinen des Typs 787 hatte die australische Airline Qantas beim Flugzeugbauer Boeing angefordert. Nun hat sie 35 davon wieder von der Bestellliste gestrichen. Schuld ist ein Jahresverlust in Millionenhöhe. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Aufgeblasen, aber nicht abgehoben: Vor dem Start in Chateau-d'Oex kontrollieren Besatzungsmitglieder die Hülle ihres Heissluftsballons. In der Schweizer Berggemeinde findet bis derzeit die 42. Internationalen Heissluftballonwoche statt. (26. Januar 2020)
(Bild: Jean-Christophe Bott) Mehr...