«Was würde uns jemand, der Sie nicht mag, über Sie erzählen?»

Bewerbungsgespräche können eintönig sein – dabei gibt es viele spannende Fragen, wie diese Beispiele aus dem Silicon Valley zeigen.

Bewerber müssen oft Standardfragen beantworten. Das Portal Business Insider hat interessantere Alternativen zusammengestellt. (Keystone / LM Otero)

Bewerber müssen oft Standardfragen beantworten. Das Portal Business Insider hat interessantere Alternativen zusammengestellt. (Keystone / LM Otero)

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Was ist Ihre grösste Schwäche? Wo sehen Sie sich in zehn Jahren? Noch immer müssen sich viele Bewerber diese ziemlich langweiligen Fragen anhören - und sie scheinbar interessiert und möglichst clever beantworten.

Doch nicht überall laufen Bewerbungsgespräche derart langweilig ab. Das Portal Business Insider hat sich umgehört, was die Bewerber bei bekannten US-Tech-Unternehmen zu hören bekommen. Deren Fragen haben fast alle etwas gemeinsam: Eine richtige oder falsche Antwort gibt es nicht.

«Was leisten Sie an einem wirklich guten Tag?» Diese Frage stellt Facebooks Recruiting-Chefin Miranda Kalinowski gerne den neuen Bewerbern. «Ob es ein Treffen mit Kunden ist, etwas Programmieren oder eine ganz tolle Exceltabelle», sagt sie. Die Antworten seien komplett unterschiedlich und das sei das tolle daran.

«Was ist Ihre grösste Leidenschaft?» An sich ist diese Frage, die Linkedins HR-Chef Brendan Browne seinen Bewerbern stellt, ziemlich gewöhnlich. Aber: Er lässt die Bewerber die Antwort nicht einfach herunterleiern, sondern sie auf eine Tafel zeichnen. So sehe er am besten, wie Kandidaten auf unerwartete Aufgaben reagieren.

«Ist es besser, ein perfektes Projekt zu spät abzugeben oder ein gutes pünktlich?» IBM Watsons HR-Chef Obed Louissant möchte mit dieser Frage herausfinden, wie die Kandidaten ticken. «Es gibt keine richtige oder falsche Antwort, ich will einfach wissen, wie die Bewerber erklären, warum sie so oder so antworten», erklärt er.

«Was haben Sie in dieser Woche neues gelernt?» Diese Frage stellt bei Paypal – kein Wunder – der Chief Learning Officer Derek Hann. Und zwar auch, wenn es erst Dienstag ist. Lebenslanges Lernes sei wichtig «und auch in dieser hohen Frequenz», so seine Begründung.

«Was würde uns jemand, der Sie nicht mag, über Sie erzählen?» Auf diese Frage gibt es laut Duolingo-Gründer Luis Von Ahn viele richtige, aber auch falsche Antworten. Wenn ein Bewerber etwa impliziere, dass Leute, die ihn nicht mögen, ihn einfach nicht richtig verstehen, dann sei das ein Zeichen dafür, dass er nicht gerne Verantwortung für seine Handlungen übernimmt. (laf)

Erstellt: 19.10.2017, 18:52 Uhr

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