Weder Economy noch Business

Die komfortablere Holzklasse im Flugzeug wird immer beliebter. Nun führt auch die Lufthansa die «Premium Economy Class» ein. Wann ist es bei ihrer Tochter Swiss so weit?

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Sie heissen Premium Economy, Economy Comfort oder Economy Max. Bei allen geht es um eines: eine Sitzklasse im Flugzeug, die komfortmässig zwischen Economy und Business Class liegt. Obwohl – oder gerade weil – sie weder Fisch noch Vogel ist, wird sie stark nachgefragt. Gestern startete auch die deutsche Lufthansa auf einen Flug mit der neuen Premium Economy Class, die ab kommendem Dezember auf immer mehr Langstreckenflügen buchbar ist.

Die Airlines bieten die edlere Economy Class generell auf Langstreckenflügen an. Das Produkt ist nicht bei allen dasselbe, doch allgemein wird mehr Arm- und Beinfreiheit geboten, die Rückenlehnen können weiter zurückgestellt werden als in der Economy Class, und oft sind die Bildschirme der Bordunterhaltung grösser. Im Falle der Lufthansa sind die Sitze bis zu 3 Zentimeter breiter, hinzu kommen 10 Zentimeter mehr Platz wegen der eigenen Armlehnen und der Mittelkonsole zwischen den Sitzen. Der Sitzabstand ist mit 97 Zentimetern einiges grösser als in der Economy Class mit 79 Zentimetern im selben Flugzeug. Zudem kann jeder Fluggast zwei Gepäckstücke bis zu 23 Kilogramm einchecken – anstatt eines.

Die Aufpreise für die zusätzlichen Annehmlichkeiten bewegen sich bei den Airlines meist zwischen 10 und 85 Prozent des Flugpreises, je nach Airline, Destination und Zeitpunkt der Buchung. Je näher der Abflug rückt, desto günstiger wird der Zuschlag – aber desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, keinen Sitz mehr in der Premium Economy zu ergattern.

Swiss noch nicht so weit

Während Lufthansa die komfortablere Holzklasse intensiv bewirbt, ist diese bei ihrer Tochter Swiss noch kein Thema. «Wir schauen uns das Thema in Verbindung mit der langfristigen Produkteentwicklung an», sagt Sprecherin Karin Müller auf Anfrage. Eine Entscheidung hierzu gebe es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Man versuche jedoch, wenn möglich, Synergien innerhalb der Lufthansa-Gruppe zu nutzen.

Die Swiss-Tochter Edelweiss Air hingegen hat per Juni 2014 zwei ihrer acht Flugzeuge, die beiden A330, mit je rund 50 Economy-Max-Sitzen ausgerüstet. Edelweiss habe herausgefunden, dass dies ein Kundenbedürfnis sei, sagte der damalige CEO Karl Kistler vor gut einem Jahr gegenüber dem Internetportal Aerotelegraph.com. «Vor allem auch darum, weil wir viele sehr lange Nonstop-Flüge anbieten, zum Beispiel nach Phuket, Kapstadt, Tampa Bay oder Las Vegas.»

Immer mehr Anbieter

Das Konzept der Premium Economy wird von immer mehr Airlines aufgegriffen. Auf den Zug aufgesprungen sind unter anderem die europäischen Airlines KLM, Air France, British Airways und Turkish Airlines. KLM gehört mit 140 Zentimetern Beinfreiheit auf Langstreckenflügen und 97 Zentimetern auf Europastrecken zu den grosszügigeren Airlines. In Asien lässt sich die Zwischenklasse etwa bei der japanischen All Nippon Airways buchen, ebenso bei Cathay Pacific aus Hongkong sowie Air China. Möglich ist dies auch bei Air Canada, Delta, United und Air New Zealand.

Auch Finnair führt einen Economy-Comfort-Bereich ein. Gemäss Medienberichten will die finnische Airline ihre 15 Langstreckenmaschinen bis Ende dieses Jahres umrüsten und pro Flugzeug bis zu 43 Economy-Comfort-Sitze einbauen. Auch die Kabine des Airbus A350, die Finnair im August vorgestellt hat, wird mit dem Komfort-Bereich ausgestattet. Die ersten A350-Flugzeuge sollen im zweiten Halbjahr 2015 ihren Betrieb aufnehmen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.10.2014, 13:38 Uhr

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