Wie die Schweiz von der UBS-Rettung profitiert

Die milliardenschwere Finanzspritze für die Rettung der UBS sorgte 2008 für heftige Diskussionen. Nun zeigt sich: Die beispiellose Operation zahlt sich für die Nationalbank und den Bund aus – und zwar kräftig.

Verkünden am 16. Oktober 2008 den Entscheid: Der damalige SNB-Präsident Jean-Pierre Roth mit dem früheren Bundesrat Pascal Couchepin.

Verkünden am 16. Oktober 2008 den Entscheid: Der damalige SNB-Präsident Jean-Pierre Roth mit dem früheren Bundesrat Pascal Couchepin. Bild: Keystone

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Im Oktober 2008 haben der Bund und die Schweizerische Nationalbank (SNB) gemeinsam die kriselnde Bank UBS gerettet. Im Verlauf der nächsten Wochen wird die SNB voraussichtlich die letzten Tranchen ihres Kredits an den eingerichteten Stabilitätsfonds, in den die toxischen UBS-Wertpapiere ausgelagert worden waren, zurückerhalten.

Laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag» hat sich der Stabilitätsfonds in den letzten Monaten gut entwickelt. Die SNB konnte das Darlehen für den Fonds, das einst über 30 Milliarden Franken betrug, auf 1,2 Milliarden reduzieren. Gleichzeitig stiegen die Eigenmittel des Fonds stark an.

Eigenmittel von 6,2 Milliarden Franken

Laut dem Bericht lässt sich nun abschätzen, was die Operation insgesamt gebracht hat. Als Erstes wurde die Schweizer Grossbank UBS gerettet – und mit ihr rund 60'000 Arbeitsplätze. Zweitens konnte der Bund im August 2009 für sein Darlehen einen Erlös von 1,24 Milliarden Franken verbuchen. Und drittens hat die Nationalbank seit 2008 Zinseinnahmen für das Darlehen an den Stabilitätsfonds von 1,6 Milliarden Franken erzielt.

Bis Ende Juni dürften die Eigenmittel des Fonds auf etwa 6,2 Milliarden Franken angestiegen sein. Der Verteilschlüssel bei der Auflösung des Fonds sieht vor, dass die erste Milliarde der Eigenmittel an die SNB geht und der Rest zu gleichen Teilen unter UBS und SNB aufgeteilt wird. Somit würden rund 3,6 Milliarden Franken an die SNB gehen.

Enorme Risiken der SNB

Im Nachhinein betrachtet waren die Befürchtungen der Gegner der Rettungsaktion eines privatwirtschaftlichen Unternehmens durch Bund und SNB unbegründet. Die Operation hat den Steuerzahler keinen Rappen gekostet, hingegen 6,5 Milliarden Franken in die Kassen des Staates und der Notenbank gespült.

Trotzdem darf man die gewaltigen Risiken, die vor allem die SNB zu tragen hatte, nicht vergessen. Jean-Pierre Roth, damals Präsident der SNB, erklärt: «Es war eine Wette darauf, dass sich die Lage auf den Märkten über die Jahre wieder normalisiert. Ich hatte damit gerechnet, dass es etwa fünf Jahre dauern wird. Aber ich habe nicht erwartet, dass der Stabilitätsfonds ein gutes Geschäft wird.» (wid)

Erstellt: 04.08.2013, 12:23 Uhr

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