Wie ein Schweizer Küchenbauer McDonald’s moderner macht

Die Franke-Gruppe hat das lukrative Geschäft mit Fast-Food-Ketten entdeckt und investiert im US-Markt.

Eine Kundin tätigt in einem britischen McDonald’s ihre Bestellung. Foto: Paul Thomas (Bloomberg, Getty Images)

Eine Kundin tätigt in einem britischen McDonald’s ihre Bestellung. Foto: Paul Thomas (Bloomberg, Getty Images)

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McDonald’s ist im Umbruch. Das Unternehmen reagiert auf die sich ändernden Kundenbedürfnisse und investiert in den Umbau der Filialen – neue Angebote, bessere Qualität und mehr Service stehen im Vordergrund. Das freut die Franke-Gruppe. Das Industrieunternehmen mit Sitz im aargauischen Aarburg gehört als Küchenbauer zu den engsten Partnern von McDonald’s. An einem vor kurzem durchgeführten Entwicklungsseminar des Gastroriesen war Franke mit 120 Mitarbeitern aus allen Kontinenten vertreten. «Dadurch erfahren wir direkt, welche Bedürfnisse die Franchisenehmer haben und wie wir mit unseren Produkten und Dienstleistungen helfen können», sagt Michael Pieper, Chef und Inhaber der Beteiligungsgesellschaft Artemis, zu der Franke gehört.

Im vergangenen Jahr hat Franke rund 7000 Küchen von McDonald’s in den USA umgebaut, wie Pieper im Gespräch mit dieser Zeitung verrät. Der Fast-Food-Pionier hat beispielsweise das Frühstücksangebot erweitert. «Dazu benötigt McDonald’s mehr Kapazitäten und neues Equipment in den Küchen», erklärt Pieper. Gleichzeitig ersetzt die Restaurantkette die Elektrogrills. Neu werden die Hamburger auf offenem Gasfeuer zubereitet.

Auch ausserhalb der Küche verändern sich die Filialen: Sie werden mit digitalen Menüanzeigen, Bestellterminals und Mobile-Lösungen ausgestattet. Entwickelt werden die Systeme ebenfalls von Franke – zusammen mit McDonald’s und Drittfirmen. Bis zu 20 Prozent pro Gast sei der Umsatz in den Restaurants mit digitalen Bestellsystemen gestiegen, heisst es. Michael Pieper und seine Mitarbeiter dürfen sich freuen: McDonald’s zählt 14'000 Filialen in den USA, weltweit sind es über 37'000 Restaurants.

Ausbau des Kaffeegeschäftes

Der Küchenbauer beliefert auch andere Gastroketten wie Burger King, Kentucky Fried Chicken und Starbucks. Das Beispiel McDonald’s zeigt Franke, welches Potenzial die Branche in den nächsten Jahren bietet. Firmenpatron Pieper ist sehr zuversichtlich, was das US-Geschäft betrifft. Hier macht Franke mit Küchen und Kaffeemaschinen für Fast-Food-Ketten einen Umsatz von rund 300 Millionen Franken. «Die Steuerreform der Regierung Trump zeigt Wirkung. Die Unternehmen sind motiviert, einen Teil der Einsparungen zu investieren», sagt Michael Pieper.

Franke hat in den vergangenen Jahren stark in den Ausbau des US-Geschäfts investiert – und tut dies auch weiterhin. Die Mitarbeiterzahl werde weiter steigen. Im Kaffeebereich beliefert das Unternehmen McDonald’s, Burger King und Starbucks. In Aarburg entwickelt und montiert Franke nach wie vor Kaffeemaschinen, die Komponenten werden mittlerweile jedoch alle im Ausland bezogen. Zugekauft hat Franke vor einem Jahr einen US-Küchenbauer, der die Restaurantkette Wendy’s beliefert. Wendy’s zählt 6700 Filialen in 27 Ländern.

Franke erarbeitete 2017 mit ihren Küchen, Armaturen für Badzimmer und Waschräume sowie Kaffeemaschinen einen Umsatz von 2,1 Milliarden Franken – davon 61 Prozent in Europa, 28 Prozent in den USA und nur 8 Prozent in Asien. Mit Vollgas baue man die Service- und Installationsorganisation in Asien aus, verrät Pieper. Das mindere mit ein paar Millionen die Erträge und drücke auf die Rendite, «aber es hilft uns, das Geschäft langfristig zu stärken», sagt er. In drei bis vier Jahren komme es dem Wachstum und der Profitabilität von Franke zugute. Die Asien-Strategie zeigt bereits erste Erfolge. Michael Pieper: «Ende 2017 haben wir in China einen Grossauftrag gewinnen können: Lukin, eine rasant wachsende chinesische Kaffeehauskette, bezieht ihre Geräte bei uns.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.05.2018, 08:59 Uhr

Artemis-Gruppe

Das Wachstum hält an

Die Artemis-Gruppe von Michael Pieper (72) hat 2017 zugelegt. Der Umsatz wuchs im Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank jedoch um 1,9 Prozent auf 195 Millionen Franken. Artemis begründet dies mit Investitionen in den Vertrieb und der Konsolidierung von drei Produktionsstätten. Der Reingewinn stieg dank guter Entwicklung der Beteiligungen und Sondereffekten um 7,9 Prozent auf 223 Millionen Franken. Auch 2018 ist Artemis gut unterwegs. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 8,2 Prozent auf 718,6 Millionen Franken. Artemis umfasst die Firmen Franke, die Artemis Real Estate Group mit dem Immobilienportfolio, die Mehrheitsbeteiligung Feintool sowie Artemis Asset Management, das die Minderheitsbeteiligungen unter anderem von Arbonia, Forbo, Rieter, Autoneum und Adval Tech enthält. (SDA)

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