Wie freiwillig war Landolts Rücktritt bei der UBS?

Laut einem Medienbericht soll der BDP-Präsident mit seinen Positionen bei der UBS auf Widerstand gestossen sein. Deshalb sei man innerhalb der Grossbank nun froh über das Ende des «Experiments Landolt».

Betonte stets seine Unabhängigkeit: BDP-Präsident Martin Landolt.

Betonte stets seine Unabhängigkeit: BDP-Präsident Martin Landolt. Bild: Keystone

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Am Samstag hatte der Glarner Nationalrat und BDP-Präsident Martin Landolt bekannt gegeben, dass er sein Mandat als politischer Berater der Grossbank UBS abgebe. Wie die «Aargauer Zeitung» nun berichtet (Artikel online nicht verfügbar), beabsichtigt die UBS zurzeit nicht, den Posten neu zu besetzen. Die UBS hatte das Mandat erst 2010 geschaffen – im Hinblick auf die damals anstehenden Fragen zur Bankenregulierung.

Landolt hatte stets seine Unabhängigkeit als Politiker betont – und dass er nicht in erster Linie in der Politik Verständnis für die UBS schaffen wolle, sondern umgekehrt Verständnis für die Anliegen der Politik innerhalb der UBS. Dieses Versprechen scheint Landolt nun eingehalten zu haben. Wie die «Aargauer Zeitung» weiter schreibt, soll Landolt mit seinen Positionen auf Widerstand gestossen sein, weshalb man innerhalb der Grossbank nun froh sei, dass das «Experiment Landolt» zu Ende sei.

Möglicherweise erzielte Landolt aber auch zu wenig politische Resultate für die Grossbank. Während Landolt betonte, freiwillig zurückgetreten zu sein, legt der Bericht der «Aargauer Zeitung» nun nahe, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist: «Informierte Kreise» würden von «forcierter Freiwilligkeit» sprechen, weil sich die Bank mehr von Landolt erhofft habe. Die UBS habe erkennen müssen, dass Landolt bei den Finanzplatzthemen politisch zu wenig relevant sei.

Mit BDP-Interessen begründet

Neben allfälligem sanften Druck aus der UBS zeigte sich Landolt zwar am Samstag am Rande der Delegiertenversammlung seiner Partei in Genf überzeugt davon, dass das UBS-Mandat seine Unabhängigkeit als Politiker nicht beeinträchtigt habe. Er räumte aber ein, dass dies zum Handicap für die BDP geworden sei. Dies habe seine Partei dabei behindert, «dass unsere Positionen als BDP-Positionen wahrgenommen wurden und nicht als vermutete UBS-Positionen».

Der Glarner Nationalrat und Finanzplatzspezialist war im Mai 2012 zum BDP-Präsidenten gewählt worden. Bereits vor der Wahl wurde die Frage aufgeworfen, inwiefern sich das BDP-Präsidium mit seiner Arbeit als UBS-Politberater vereinbaren lasse. Im Nationalrat sitzt Landolt seit 2009.

In den letzten Monaten profilierte sich Landolt mit pointierten Äusserungen zum Finanzplatz und zur Weissgeldstrategie. Für hohe Wellen in den Medien sorgte jüngst sein Vorschlag, wonach Banken die Daten ihrer Kunden künftig direkt dem Staat liefern sollten. (mw/sda)

Erstellt: 07.05.2013, 09:34 Uhr

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