Wusste jemand vom Zement-Deal?

Es gibt Hinweise auf verbotenen Insiderhandel vor der Fusion der beiden Zementriesen.

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Bevor die geplante Grossfusion der beiden Zementriesen Holcim und Lafarge bekannt wurde, könnte es zu verbotenem Insiderhandel gekommen sein. Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtete, zog der Kurs der Holcim-Aktie eine Woche vor der Fusionsankündigung am 4. April deutlich an. Zwischen 27. März und 3. April sollen meist über eine Million Titel am Tag gehandelt worden sein, davor lagen die Volumina zwischen 500 000 und 800 000 Titeln täglich.

Auch der Handel mit Call-Optionen auf Holcim-Aktien stieg eine Woche vor der offiziellen Ankündigung durch die Unternehmen steil an. Mit Call-Optionen können Anleger auf steigende Kurse wetten. Pikant daran: Die betreffenden Optionen waren eine Woche vor der Fusionsankündigung eigentlich «aus dem Geld», wie es im Börsenjargon heisst. Das Gros der Anleger glaubte demnach eigentlich nicht mehr daran, dass mit diesen Optionen Gewinn gemacht werden konnte.

Einige Anleger haben nun aber offensichtlich starke Gewinne dank dem Holcim-Lafarge-Deal eingefahren. Bis solch ein Vorhaben an die Öffentlichkeit gelangt, gibt es schlussendlich einen grossen Kreis von Eingeweihten: Angestellte der beiden Unternehmen, Anwaltskanzleien und involvierte Banken. Ein Institut rückt dabei besonders in den Fokus: Die US-Investmentbank Goldman Sachs, welche einerseits die erwähnten Holcim-Optionen ausgegeben hat, andererseits für das Unternehmen auch beratend tätig ist.

Ob die vermehrten Gewinne in der Woche vor dem 4. April nun wirklich dank Insiderinformationen und damit strafbar zustande gekommen sind, müsste die Bundesanwaltschaft klären. Eine diesbezügliche Anfrage der Basler Zeitung blieb gestern allerdings unbeantwortet.

Erstellt: 14.04.2014, 09:46 Uhr

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Beim Holcim-Deal besteht Insiderverdacht: Börsenhändler am Telefon. (Symbolbild) (Bild: Keystone )

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