ZKB schickt Tausende Kleinkunden fort

Die Staatsbank will bis 2015 weltweit die Steuergesetze einhalten. Sie trennt sich deshalb von 9000 Kunden mit ausländischem Wohnsitz.

Kunden aus über 100 verschiedenen Ländern müssen ihr Konto auflösen: Menschen passieren eine Filiale der ZKB.

Kunden aus über 100 verschiedenen Ländern müssen ihr Konto auflösen: Menschen passieren eine Filiale der ZKB. Bild: Keystone

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Die ZKB hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr damit begonnen, die Verbindungen zu rund 9000 Kunden zu trennen. In erster Linie sind es laut ZKB so genannte Retailkunden. Die Betroffenen befinden sich in mehr als 100 Ländern, wie ZKB-Privatbankchef Christoph Weber am Freitag vor den Medien in Zürich sagte. Anlass war die Präsentation des Jahresergebnis. Bei Auslandschweizern soll die Trennung weniger konsequent gehandhabt werden: Für sie gelten Ausnahmeregelungen, wenn sie ihre Vermögen und Einkünfte einwandfrei versteuern.

Die ZKB will eine primär im Kanton Zürich verankerte Bank bleiben, strebt aber auch nach grösseren Erträgen mit vermögenden Privatkunden im Ausland. Dabei interessiert die Bank primär Europa. Die ZKB-Privatbanksparte verwaltet mit 41 Milliarden Franken rund ein Fünftel aller der Bank anvertrauten Kundenvermögen.

Steuerstreit bis Ende Jahr geregelt

Vom US-Geschäft, das von der Schweiz aus betrieben wurde, hat sich die ZKB 2012 verabschiedet. Sie glaubt an eine eine rasche Beilegung ihres Konflikts mit den amerikanischen Justiz- und Steuerbehörden. «Wir hoffen, dass wir die US-Altlasten möglichst noch in diesem Jahr bereinigen können», sagte Bankratspräsident Jörg Müller-Ganz vor den Medien in Zürich. ZKB-Privatbankchef Christoph Weber bekräftigte, dass die Verhandlungen mit den Amerikanern im Steuerstreit bis Ende 2014 die entscheidenden Ergebnisse liefern könnten.

Der Bestand an Wertberichtigungen und Rückstellungen erhöhte sich im vergangenen Jahr um 72 Millionen Franken auf 688 Millionen Franken. Wie die ZKB ihre Reservezuweisungen aufteilt, ist nicht bekannt: Die unter Wertberichtigungen und Rückstellungen fallenden Beträge enthalten Vorkehrungen und Reserveauflösungen für Kreditausfälle, die Immobilienfinanzierung und andere Geschäftsrisiken, aber auch Rechtsfälle wie den Steuerstreit mit den USA. Die Bank selber hält sich bedeckt.

Kundengelder verloren

Die ZKB gehört zu rund einem Dutzend Schweizer Banken, die direkt mit den USA über einen Vergleich im Steuerkonflikt verhandeln. Sie waren vom Department of Justice (DOJ) in die Kategorie 1 des Strafenkatalogs gesetzt worden, in der Bussen in unbekannter Höhe und im Extremfall eine existenzbedrohende Strafklage drohen.

Kunden der Banken haben wegen der Steuersituation im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Franken abgezogen, wie Konzernchef Scholl sagte. Dies betreffe das gesamte internationale Privatbank-Geschäft der ZKB. Die Höhe aller verwalteten Vermögen der Bank betrug Ende Dezember gegenüber Vorjahr praktisch unverändert 191,9 Milliarden Franken.

Rund 800 Millionen Franken gewinn

Die ZKB weist für 2013 einen Gewinn von 797 Millionen Franken aus. Das sind 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Im operativen Geschäft litt die ZKB unter dem rückläufigen Zinserfolg (-3,2 Prozent). Der Handelserfolg fiel gar um 10,1 Prozent. Dafür hätten die Bemühungen zum Ausbau des Anlagegeschäfts Früchte getragen, schreibt die Bank. Die Erträge im Wertschriften- und Anlagegeschäft konnten um fast 5 Prozent gesteigert werden. Mit 551 Millionen ( 2,8 Prozent) erreichte das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft einen neuen Höchststand.

Die Bilanzsumme hat um 0,7 Prozent auf 149,7 Milliarden leicht abgenommen. Die Hypothekarforderungen weiteten sich dagegen um 3,4 Prozent auf 69,7 Milliarden aus. Der Zuwachs von 2,3 Milliarden entspricht laut den Angaben exakt dem Vorjahr und liegt mit 3,4 Prozent unter dem Marktwachstum, schreibt die neu als systemrelevant geltende ZKB.

Die Gewinnzahlen sind von diversen Sondereffekten geprägt. So hatte die Sanierung der Pensionskasse im Vorjahr 150 Millionen gekostet. Demgegenüber profitierte die ZKB 2013 von Sondererträgen aus dem Verkauf der Beteiligung am Telekomzulieferer Ascom und von Liegenschaften. (ldc/sda)

Erstellt: 07.02.2014, 07:37 Uhr

Bank Vontobel mit tieferem Gewinn

Die Bank Vontobel hat am Freitag ebenfalls ihre Jahreszahlen präsentiert. Sie musste 2013 einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Unter dem Strich verdiente das Geldhaus 122,3 Millionen Franken. Das ist 1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das Ergebnis sei respektabel, teilte Vontobel mit. Denn das Resultat sei durch bedeutende einmalige Kosten in Höhe von 20,7 Millionen Franken nach unten gezogen worden. Den grössten Brocken machten hier die Kosten für die Schliessungen von verlustreichen Niederlassungen in Österreich, Mailand und Dubai aus. (sda)

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