Bern-Belp

Zürcher Airline erstmals in Bern gelandet

Am Samstag landete erstmals die Fokker 100 von Helvetic Airways auf dem Berner Flughafen. Mit an Bord: der Besitzer der Fluggesellschaft Martin Ebner.

Gelandet aus Zürich: Helvetic Airways will den Flughafen Belp zu einer wichtigen Basis für seine Geschäftstätigkeit machen.

Gelandet aus Zürich: Helvetic Airways will den Flughafen Belp zu einer wichtigen Basis für seine Geschäftstätigkeit machen. Bild: Susanne Keller

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Kurz nach vier Uhr ist sie zum ersten Mal zu sehen: die weisse Fokker 100 der Helvetic Airways kreist über dem Flughafen Bern-Belp und setzt zur Landung an. Unter dem Applaus der Schaulustigen berühren die Räder des Flugzeugs Berner Boden.

Jungfernflug mit dem Chef

«Es ist ein tolles Gefühl, in Bern zu landen.» Nicht von einem beliebigen Touristen stammt diese Aussage, sondern von Martin Ebner. Der Financier, Multimillionär und Helvetic-Besitzer liess es sich am Samstag nicht nehmen, seine Maschine auf dem Weg von Zürich nach Bern zu begleiten.

Dabei brachte er ein kleines Geschenk an die Hauptstadtregion mit: die gesamte Crew des Erstflugs bestand aus Bernerinnen und Bernern – 15 Piloten und Flugbegleiterinnen habe man in der Region bereits rekrutiert und ausgebildet. Zusätzlich wurden vier Mechaniker auf dem Flughafen angestellt, um den ersten Unterhaltsbetrieb ausserhalb Zürich zu gewährleisten.

«Quantensprung für Belp»

Neben vielen Schaulustigen warteten neben dem ausgerollten roten Teppich auch Flughafenchef Matthias Häberli und Alpar-Verwaltungsratspräsident Fritz Grossniklaus. Häberli bezeichnete die Ankunft der neuen Gesellschaft als Quantensprung für den Flughafen und den Berner Tourismus. Noch in der vergangenen Woche seien die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt worden, um die zweijährige Phase der Planungen, Gespräche und Vorbereitungen zu beenden.

Ebner wurde nicht müde, die Vorteile der neuen Helvetic-Homebase zu betonen. Belp sei gut erreichbar, schnell in der Abfertigung der Passagiere und übersichtlich. «Denkt man an die grosse Staugefahr und die lange Abfertigungszeit in Zürich wird Belp zur schnellen Alternative.»

Vollbesetzt nach Mallorca

Bereits am Samstag hob der erste Ferienflug Richtung Reus an der spanischen Costa Dorada ab. Obwohl nur die Hälfte der Sitze besetzt waren, zeigte sich Martin Ebner mit den bisherigen Buchungen zufrieden: «Die neueren Destinationen müssen sich erfahrungsgemäss erst etablieren.» Reus oder auch Brindisi in Süditalien seien den Bernerinnen und Bernern wohl noch wenig bekannt. Er selbst hingegen würde gerne einmal die Strecke Belp – Palma fliegen, sagte Ebner. Mit diesem Wunsch scheint er nicht alleine zu sein: die erste Helvetic-Maschine von Bern nach Mallorca hob am Sonntag vollbesetzt ab.

Die Helvetic-Destinationen: Charterflüge nach Heraklion, Kos, Preveza, Zakinthos, Djerba, Olbia , Reus , Enfidha , Palma de Mallorca (Spanien) und Mahon (Spanien).

Erstellt: 18.04.2011, 07:35 Uhr

Ein Prosit auf die neue Homebase: Martin Ebner, Financier und
Besitzer der Helvetic-Flusgesellschaft. (Bild: Susanne Keller)

Aaretal-Reisen

Neben dem Linienbetrieb in die Region Apulien bietet Helvetic Airways in Belp vor allem Charterflüge in Zusammenarbeit mit Kuoni und Aaretal-Reisen an. Aaretal-Chef Beat Iseli zeigte sich mit den bisherigen Buchungen zufrieden: «Die Zahlen sind besser als im letzten Jahr, es gibt aber noch Potenzial nach oben.» Dies gelte speziell für die Monate April und Mai, die traditionell schlechter abschneiden.

Auch die weltweiten Entwicklungen hätte man beim Münsinger Unternehmen zu spüren bekommen: «Die Unruhen in Nordafrika und Japan drücken auf das Buchungsverhalten. Wir spüren eine gewisse Unsicherheit.» Zugutekommen dürfte dem Reiseveranstalter hingegen die erhöhte Kapazität der Helvetic-Maschine: «Da wir neu hundert Plätze anbieten können, haben wir die Preise um durchschnittlich hundert Franken gesenkt», sagt Iseli.

Wie Kuoni hatte auch Aaretal-Reisen im Oktober letzten Jahres die Trennung von der damaligen Partnerfluggesellschaft Skywork bekannt gegeben. Beat Iseli, vor kurzem noch heftiger Kritiker der Helvetic-Konkurrentin, gibt sich nun versöhnlich: «Wir buchen weiterhin Flüge bei Skywork. Die Zusammenarbeit funktioniert einwandfrei.»

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