Zurich-Stellenabbau trifft die Schweiz

Um seine Profitabilität zu steigern, wird der Versicherungskonzern Zurich seine Organisationsstruktur vereinfachen und die laufenden Kosten senken.

Der Versicherer tritt auf die Kostenbremse: Zurich-Sitz in der Limmatstadt.

Der Versicherer tritt auf die Kostenbremse: Zurich-Sitz in der Limmatstadt. Bild: Keystone

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Der Versicherungskonzern Zurich greift zum Rotstift: Um die im Dezember gesetzten Renditeziele zu erreichen, werden Stellen abgebaut. Weltweit sollen bis zu 800 Arbeitsplätze wegfallen und damit die Organisation der Zurich schlanker und günstiger gemacht werden.

Von den vor einigen Jahren kommunizierten hohen Renditeerwartungen von bis zu 16 Prozent hat sich der Zurich-Konzern zwar mittlerweile verabschiedet. Um das im Dezember für die kommenden Jahre anvisierte Ziel eines Betriebsgewinns von 12 bis 14 Prozent des eingesetzten Kapitals zu erreichen, muss die Zurich aber gleichwohl die Kosten senken.

5400 Angestellte in der Schweiz

Mit einer heute bekannt gegebenen Restrukturierung, welche Führungsebenen zwischen der Konzerngesellschaft und den Länderorganisationen verschwinden lässt respektive umkrempelt, sollen nun jährlich 250 Millionen Dollar gespart werden.

Noch kommuniziert die Zurich nicht detailliert, welche Stellen wegfallen werden, da die Konsultationsprozesse mit den Arbeitnehmervertretern noch ausstehen. Gemäss Aussagen einer Mediensprecherin werden aber insbesondere Stellen in der Schweiz, in Grossbritannien und in Irland vom Abbau betroffen sein.

Die Zurich beschäftigt weltweit nach eigenen Angaben über 55'000 Angestellte, davon rund 5400 in der Schweiz.

Kürzere Entscheidungswege

Abgezeichnet hat sich die Verschlankung der Organisationsstruktur bereits an der Bilanzmedienkonferenz im Februar. Zurich-Konzernchef Martin Senn hatte dort gesagt, der Zurich-Konzern sei zu komplex und es gebe Doppelspurigkeiten, die abgebaut werden müssten.

Zurich ist heute ein weltumspannender Konzern, der in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Verschlankt wird nun das Management, welches zwischen der Konzernführung und den Ländergesellschaften zu finden ist. Mit der Restrukturierung sollen aber nicht nur die Kosten gedrückt werden, sondern auch Entscheide schneller und durch den Wegfall von Führungsstufen näher an den Märkten gefällt werden können.

Kundennahe Aktivitäten – sprich der Verkauf, die Beratung und die Serviceabwicklung – sind vom Stellenabbau denn auch nicht betroffen, wie es im Communiqué der Zurich heisst. Die kürzlich neu formulierte Strategie der Zurich sieht zudem nicht nur Kosteneinsparungen und Restrukturierungen vor, sondern beinhaltet auch Investitionen in Geschäftsbereiche und Märkte, welche die Zurich als Prioritätsmärkte betrachtet. Gleichzeitig wird aber auch über die Zukunft von derzeit nicht oder zu wenig rentablen Geschäftszweigen nachgedacht. (cpm/sda)

Erstellt: 11.03.2014, 07:32 Uhr

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