Zweite Schmiergeldklage gegen Novartis

Der Basler Pharmakonzern wird zum zweiten Mal innerhalb nur einer Woche von der US-Justiz angeklagt: Eine Tochtergesellschaft in New Jersey soll Ärzte mit Zahlungen in Millionenhöhe bestochen haben.

Wegen Bestechung angeklagt: Novartis. (Archivbild)

Wegen Bestechung angeklagt: Novartis. (Archivbild) Bild: AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Basler Pharmakonzern Novartis sieht sich in den USA in einem zweiten Fall dem Vorwurf der Bestechung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft erhob am Freitag Anklage gegen eine im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Novartis-Tochtergesellschaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen Schmiergeldzahlungen in Höhe von mehreren Millionen Dollar an Ärzte vor. Die Mediziner sollen als Gegenleistung verstärkt Novartis-Medikamente unter anderem gegen Bluthochdruck und Diabetes verschrieben haben, deren Kosten dann staatliche Krankenversicherungen übernommen hätten.

Das Pharmaunternehmen weist die Vorwürfe als «absolut unbegründet» zurück. Novartis habe lediglich «Förderprogramme» angeboten, um Ärzte über den korrekten Umgang mit Arzneimitteln aufzuklären, hiess es in einem Communiqué vom Samstag. Das Unternehmen kündigte an, sich vor Gericht zur Wehr zu setzen.

Mehr als 20 Bundesstaaten klagen

Der Klage schlossen sich mehr als zwei Dutzend US-Bundesstaaten an. Sie geht ursprünglich auf einen ehemaligen Pharmavertreter zurück, der auf die angeblichen Missstände aufmerksam gemacht hat. Er könnte nach einem speziellen Gesetz für solche sogenannten «Whistleblower» einen Anteil von möglichen Schadenersatzzahlungen an die US-Behörden bekommen.

Erst am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft in einem anderen Fall Betrugsklage gegen Novartis eingereicht. Der Vorwurf: Eine Tochter des Unternehmens habe Apothekern Schmiergelder gezahlt, damit diese Nierentransplantationspatienten ein Novartis-Mittel statt Konkurrenz-Arzneien verkauften.

Die Novartis Pharmaceuticals Corporation wies auch diese Vorwürfe zurück. Ermässigungen und Rabatte von Pharmafirmen seien ein «üblicher, angemessener und gesetzlich zulässiger Handesbrauch», schreibt das Unternehmen. Aus Sicht der Firma stellt die Klage eine erhebliche Ausweitung der Anti-Bestechungs-Vorschriften dar. (chk/sda)

Erstellt: 27.04.2013, 03:02 Uhr

Artikel zum Thema

US-Justiz klagt gegen Novartis

Der Pharma-Multi soll in den USA Millionen Dollar Schadenersatz wegen eines Kickbacksystems bezahlen. Hinter der Klage steckt Staatsanwalt Preet Bharara, der bereits gegen eine Schweizer Privatbank ermittelt. Mehr...

Vasella-Nachfolger erhält vergleichsweise kleinen Lohn

Novartis steigert den Quartalsgewinn um 7 Prozent. Auch beim Umsatz legte der Pharmakonzern zu. Trotzdem werden 300 Stellen abgebaut. Auch der Lohn des neuen Verwaltungsratspräsidenten ist nun bekannt. Mehr...

«Wir investieren in China eine Milliarde Dollar»

Novartis-CEO Joe Jimenez möchte das Generikageschäft in Brasilien oder China ausbauen. Nach der Niederlage in Indien will das Unternehmen dort nicht mehr in Forschung und Entwicklung investieren. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Outdoor Wandern mit Kindern: Wie hart darf es sein?
Welttheater Freiheit für Canvey Island!
Mamablog Eine Frage der Haltung

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Fruchtige Platte: Ein Hund trägt ein Ananaskostüm an der jährlichen Halloween-Hundeparade in New York (21. Oktober 2017).
(Bild: Eduardo Munoz Alvarez (Getty Images)) Mehr...