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Adecco steigert Gewinn

Der weltweit grösste Stellenvermittler hat im Vergleich zum Vorjahresquartal sein Ergebnis um 147 Prozent gesteigert.

Vorsichtig optimistisch: Am Adecco-Hauptsitz in Glattbrugg.
Vorsichtig optimistisch: Am Adecco-Hauptsitz in Glattbrugg.
Reuters

Der weltweit grösste Personalvermittler Adecco leidet unter dem noch immer kränkelnden Arbeitsmarkt. Nur dank des Kaufs der amerikanischen MPS Group hat das an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen im ersten Quartal den Umsatz um 7 Prozent steigern können.

Er belief sich auf 3,96 Milliarden Euro, wie am Donnerstag bekannt wurde. Ohne die Akquisition wäre der Umsatz aber um 1 Prozent tiefer ausgefallen als im Vorjahr. Da inzwischen die Kosten gesenkt wurden, verzeichnet Adecco dennoch ein besseres Ergebnis. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) stieg um 162 Prozent auf 113 Millionen Euro und der Reingewinn kletterte um 147 Prozent auf 57 Millionen Euro.

Mit Blick auf die Zukunft gibt sich Adecco ziemlich zuversichtlich: Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre habe Adecco noch nie einen solchen Schwung im Arbeitsmarkt erlebt wie in den vergangenen drei Quartalen, sagte Patrick De Maeseneire gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Diese Marktdynamik hängt laut dem Adecco-Chef aber nicht mit der Wirtschaftslage zusammen, sondern mit den Restrukturierungen vieler Unternehmen während der Krise. Mit der steigenden Nachfrage seien diese bereits jetzt wieder auf Arbeitskräfte angewiesen. «Diese stellen sie temporär ein, um flexibel zu bleiben, was einen positiven Effekt auf das Geschäft von Adecco hat», sagte De Maeseneire.

Mehr Industriearbeiter vermittelt

Zu spüren sind solche positiven Effekte bereits bei der Vermittlung von Arbeitskräften für die Industrie. In diesem Segment stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr wieder um 5 Prozent, nachdem in den letzten drei Monaten des Vorjahres noch ein Rückgang um fast einen Fünftel verzeichnet wurde.

Nach oben zeigt der Trend auch wieder bei der Vermittlung von Büroangestellten: Diese ist zwar insgesamt noch rückläufig, aus den USA vermeldet Adecco aber für dieses Geschäftssegment bereits wieder einen Zuwachs. Nicht mehr so stark schrumpfend wie bisher waren im ersten Quartal auch die Umsätze mit der Vermittlung von technischen Fachkräften, Ingenieuren und Computerspezialisten.

Für eine Erholung der Märkte sieht sich Adecco nach den Restrukturierung, bei welcher die Zahl der Personalberater und Niederlassungen markant reduziert wurde, operationell gut gerüstet. «Eine weitere Erholung des Markts führt vorerst nicht zu höheren Kosten, da wir inzwischen noch kosteneffizienter geworden sind», so De Maeseneire.

Neue Kapazitäten aufgebaut würden einzig in jenen Ländern, in denen Adecco stark wächst, etwa in Indien oder Osteuropa. Zudem hat Adecco mit dem Kauf der MPS Group seine Stellung bei der Vermittlung von spezialiserten Fachkräften ausbauen können, wie die Quartalsergebnisse belegen.

Schwache Aktie

Verbessert hat sich sich die Lage des Arbeitsmarktes aber auch in Europa und Nordamerika. In Frankreich etwa, dem grössten Markt von Adecco, ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent gestiegen.

An der Börse haben die Adecco-Aktien sich deutlich schlechter als der Markt entwickelt und vor allem im frühen Handel an Wert eingebüsst. Das Unternehmen hat die Erwartungen der Analysten zwar übertroffen, die Anleger hatten sich offensichtlich aber eine noch deutlichere Überraschung erhofft.

SDA/jak

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