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Air-Berlin-Chef kündigt Umbau «ohne Tabus» an

Das laufende Sparprogramm nützte nichts: Die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft flog 2013 einen Verlust von 315 Millionen Euro ein. Jetzt muss der Chef von Air Berlin durchgreifen.

Tief in den roten Zahlen: Air Berlin. (Archivbild)
Tief in den roten Zahlen: Air Berlin. (Archivbild)
Keystone

Nach deutlichen Verlusten im letzten Jahr hat Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer einschneidende Veränderungen bei Deutschlands zweitgrösster Airline angekündigt. «Hier wird es keine Tabus geben, alles kommt auf den Prüfstand», sagte Prock-Schauer in Berlin.

Das bisherige Sparprogramm wirke, reiche aber nicht aus. Es werde in Kürze ein tiefgreifenderer neuer Prozess eingeleitet. «Wir werden jetzt ein Geschäftsmodell und eine Positionierung für die Airline finden, die uns nachhaltig in die Gewinnzone führt», sagte Prock-Schauer.

Das laufende Sparprogramm «Turbine» liegt nach Prock-Schauers Angaben im Plan und besserte das Ergebnis im vergangenen Jahr um 200 Millionen Euro auf. Bis Ende 2014 werden mindestens weitere 200 Millionen Euro angestrebt. Unter anderem streicht Air Berlin 900 Arbeitsplätze, womit fast jede zehnte Stelle verschwindet.

«Unsere Kapitalgeber und wir glauben, dass Air Berlin eine Zukunft hat», betonte Prock-Schauer. Noch im Mai werde ein eigenes Geschäftsleitungsressort für die Restrukturierung geschaffen. Zudem würden Unternehmensberater an Bord geholt, teilte das Unternehmen mit. Zugleich kündigte Prock-Schauer ein Ende des Schrumpfkurses an.

Helfen soll beim Umbau eine 300-Millionen-Euro-Finanzspritze des Grossaktionärs Etihad sowie rund 150 Millionen Euro aus einer Anleihe.

315,5 Millionen Euro Verlust

Air Berlin ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter den Strich stand ein Verlust von 315,5 Millionen Euro. Finanzchef Ulf Hüttmeyer sagte, dass das erste Quartal 2014 besser lief als das Vorjahresquartal.

Wegen der Verhandlungen über die Zukunft des Unternehmens hatte Air Berlin die Veröffentlichung der Geschäftszahlen auf Ende April verschoben.

Air Berlin ist auch für den Zürcher Flughafen wichtig. Die deutsche Gesellschaft hat dort nach der Swiss das zweitgrösste Passagiervolumen aller Fluggesellschaften.

SDA/chk

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