Airbus informiert Behörden über mögliche Spionage

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus soll in den Besitz geheimer Akten der deutschen Bundeswehr gekommen sein. Dies meldete das Unternehmen den deutschen Behörden.

Rund 20 Angestellte des Konzerns wurden freigestellt, Akten und Computer sichergestellt: Mitarbeiter von Airbus sollen sich illegal Unterlagen aus dem Bereich der Bundeswehr beschafft haben. Bild: Reuters/Regis Duvignau

Rund 20 Angestellte des Konzerns wurden freigestellt, Akten und Computer sichergestellt: Mitarbeiter von Airbus sollen sich illegal Unterlagen aus dem Bereich der Bundeswehr beschafft haben. Bild: Reuters/Regis Duvignau

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Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat nach eigenen Angaben deutsche Behörden über den möglicherweise rechtswidrigen Umgang von Mitarbeitern mit Kundendokumenten informiert. Dies teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Diese stünden im Zusammenhang «mit zwei künftigen deutschen Beschaffungsprojekten der Programme Line Communications, Intelligence and Security». Der Konzern soll in den Besitz geheimer Akten der deutschen Bundeswehr gekommen sein.

Wie aus einer Unterrichtung der Obleute im Verteidigungsausschuss des Bundestags durch das deutsche Verteidigungsministerium hervorgeht, wurde das Ministerium am Dienstag darüber informiert, dass sich Airbus im Besitz von Planungsdokumenten zu zwei künftigen Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr befindet, hiess es.

20 Angestellte freigestellt

Es bestehe der Verdacht, dass sich Mitarbeiter die Unterlagen aus dem Bereich der Bundeswehr illegal beschafft hätten. Der Konzern habe den Sachverhalt auch der Staatsanwaltschaft München mitgeteilt. Die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Wie die «Bild»-Zeitung ohne nähere Quellenangaben zudem berichtet, wurden am Dienstag rund zwanzig Angestellte des Konzerns freigestellt. Akten und Computer seien sichergestellt worden.

Ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums sagte auf Anfrage, man sei von Airbus über den Vorfall informiert worden, die zuständigen Obleute im Bundestag seien unterrichtet worden. Die Rechtsabteilung habe Untersuchungen zum Sachverhalt eingeleitet. (scl/sda)

Erstellt: 19.09.2019, 05:16 Uhr

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