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Airbus zahlt Milliarden-Strafe

Gerichte und Behörden müssen aber noch zustimmen. Es geht um Bestechung und Korruption beim Verkauf von Flugzeugen.

Der frühere Airbus-Chef Tom Enders war durch die Korruptionsaffäre unter Druck geraten und hatte seinen Posten geräumt. Foto: Keystone
Der frühere Airbus-Chef Tom Enders war durch die Korruptionsaffäre unter Druck geraten und hatte seinen Posten geräumt. Foto: Keystone

Seit mehr als vier Jahren schon beschäftigt die Korruptionsaffäre den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus. Beim Verkauf von Verkehrsflugzeugen sollen Mittelsmänner zum Einsatz gekommen und Bestechungsgelder geflossen sein. Jetzt steht das Unternehmen eigenen Angaben zufolge kurz vor einer Einigung mit den Behörden in Frankreich, den USA und Grossbritannien. Insgesamt wird der Konzern Schätzungen zufolge etwa drei Milliarden Euro an Strafen zahlen müssen. Dafür würden die Verfahren aber beendet. Die Airbus-Aktie legte leicht zu.

Airbus bestätigte lediglich, man habe sich im Grundsatz geeinigt. Weitere Einzelheiten gab es nicht, denn eine offizielle Bestätigung der Behörden sowie der US-Regulierungsbehörde steht noch aus. Offenbar will man in diesem sensiblen Verfahren die Richter auch nicht unter Druck setzen.

Keine Zusammenarbeit mit Vermittlern mehr

Auslöser der Verfahren war eine Selbstanzeige des Konzerns. Eine britische Behörde geht seitdem dem Verdacht auf Betrug und Korruption bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte nach. Auch die französische Finanz-Staatsanwaltschaft ermittelte. Jetzt gebe es eine Übereinkunft mit der französischen Finanzpolizei PNF und der britischen Sonderermittlungsbehörde SFO sowie den Behörden in den USA. Die seit langem laufende Untersuchungen hatten für sehr grosse Unruhe besonders auch im Unternehmen gesorgt.

Der deutsche Konzernchef Tom Enders war durch die Korruptionsaffäre immer wieder unter Druck geraten und hatte im vergangenen Jahr schliesslich seinen Posten geräumt. Seitdem führt der Franzose Guillaume Faury das Unternehmen mit Hauptsitz im französischen Toulouse. Enders hatte die Aufklärung zuvor vorangetrieben und dafür gesorgt, dass Airbus nicht mehr mit Vermittlern von Flugzeuggeschäften zusammenarbeitet. Diese gelten als besonders anfällig für Korruption. Teil der Einigung ist voraussichtlich auch, dass Airbus für die Zukunft sicherstellen muss, dass es nicht zu weiteren Korruptionsfällen kommen kann und dafür entsprechende Systeme aufbaut. Möglicherweise gibt es dafür auch eine Art «Bewährungsfrist».

Am 13. Februar will Airbus seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2019 präsentieren, der Konzern hat Analysten zufolge die finanzielle Kraft, die Milliardenstrafe zu stemmen. Airbus ist neben Boeing der weltweit führende Anbieter von Verkehrsflugzeugen. Der amerikanische Konkurrent war zuletzt wegen der erheblichen Probleme bei dem Flugzeug 737 Max in die Krise geraten, nach zwei Unfällen mit hunderten Toten dürfen die Maschinen nicht mehr fliegen. Eine Lösung ist derzeit nicht in Sicht.

Airbus war zuletzt auch in Deutschland in Bedrängnis geraten. Dabei geht um den möglichen Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen. Vertrauliche Unterlagen aus dem Bundesverteidigungsministerium waren bei Airbus aufgetaucht, diese trugen den Hinweis VS-NfD (vertraulich – nur für den Dienstgebrauch). Dabei geht es aber nicht um Verkehrsflugzeuge, sondern vor allem um Verteidigungsgüter. Auch hier kam der Fall durch eine Selbstanzeige von Airbus ins Rollen, das Unternehmen hat bereits 16 Mitarbeiter vom Dienst suspendiert. Die Ermittlungen laufen.

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