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Air-Glaciers droht der Konkurs

Das zweitgrösste Schweizer Helikopterunternehmen schuldet der Stadt Sitten 1 Million Franken für bezogenes Kerosin. Für den Firmenchef sind das «bloss Formalitäten».

Basis von Air-Glaciers in Lauterbrunnen: Air-Glaciers hat «nur» zwei zweimotorige Helikopter (beide im Bild).
Basis von Air-Glaciers in Lauterbrunnen: Air-Glaciers hat «nur» zwei zweimotorige Helikopter (beide im Bild).

Das Helikopterunternehmen Air-Glaciers steht mit seinen Kerosinzahlungen mit 1 Million Franken in der Kreide. Gläubigerin ist die Stadt Sitten, zu welcher der Flugplatz gehört, der den Treibstoff verkauft.

«Das Unternehmen muss bezahlen», sagte Stadtpräsident Marcel Maurer zu einer Meldung der Zeitung «Le Nouvelliste». Air-Glaciers werde behandelt wie alle anderen Schuldner auch. Angesichts des Ausstandes drohe die Stadt mit einem Konkursverfahren. Aber davon sei man noch weit entfernt, sagte Maurer am Montag.

Offene Rechnungen

Schon vor einem Jahr stand es schlecht um das zweitgrösste Helikopterflug-Unternehmen der Schweiz. Diese Zeitung hatte aufgedeckt, dass sich bei Air-Glaciers unbezahlte Rechnungen in hohem Masse stapelten: Gemäss einem Auszug des Betreibungsregisters vom Mai letzten Jahres hatte Air-Glaciers Betreibungen und Zahlungsbefehle in Höhe von mehr als 2,6 Millionen Franken am Hals.

Nur durch den Verkauf des brandneuen Hangars am Hauptsitz in Sitten konnte sich die Gesellschaft über die Runden retten. Der Verkauf brachte ihr 6 Millionen Franken. Wie prekär die Lage bei Air-Glaciers tatsächlich ist, war bis gestern Abend nicht zu erfahren. Der 80-jährige Gründer und Patron des Unternehmens räumte zwar gemäss der Zeitung «Le Nouvelliste» ein, dass man «Schwierigkeiten habe, die Rechnungen zu zahlen», beschwichtigte aber, dass dies «bloss Formalitäten» seien. Er sei zuversichtlich, so der Patron.

Verdrängungskampf

Air-Glaciers führt in der ganzen Schweiz Gewerbetransporte und Tourismusflüge aus. Ein weiteres Standbein hat das Unternehmen im Rettungsflugwesen. Dieses ist ihm teilweise weggebrochen. Es drohte gar ganz verloren zu gehen. Der Grund: Die Schweiz muss die neuen strengeren EU-Vorschriften für Rettungsflüge übernehmen. Diese sehen für Rettungsflüge grundsätzlich nur zweimotorige Helikopter vor. Die Helikopterflotte von Air-Glaciers besteht aber fast nur aus einmotorigen Maschinen. Air-Glaciers darf deshalb viele Rettungsflüge nicht mehr durchführen. Das kommt der Hauptkonkurrentin Rega zugute. Die Verdrängung dürfte ein Hauptgrund für die Rücklage des Unternehmens sein.

20 Helikopter

Air-Glaciers besitzt rund 20 Helikopter und 7 Kleinflugzeuge. Sie ist damit nach Swiss Helicopters die grösste Helikoptergesellschaft der Schweiz. Sie betreibt im Berner Oberland und an sieben weiteren Orten schweizweit Flugbasen. Die Rega ist zwar Leaderin in der Luftrettung, hat aber weniger Helikopter als Air-Glaciers.

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