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Aktionärsrevolte gegen Hayek

An der Generalversammlung des Uhrenkonzerns Swatch vom Mittwoch machen Pensionskassen, Stiftungen und die Raiffeisen-Gruppe Front gegen die Uhrenfamilie Hayek.

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Wegen seines Doppelmandats in der Kritik: Nick Hayek.
Wegen seines Doppelmandats in der Kritik: Nick Hayek.
Reuters

Der grösste US-Stimmrechtsberater ISS und die Schweizer Anlagestiftung Ethos empfehlen den Swatch-Aktionären, den gesamten Verwaltungsrat abzuwählen, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt. Dem Antrag schliessen sich der Zuger Vermögensverwalter Z-Capital und die Schweizer Aktionärsgruppe Actares an. «Wir lehnen die Wiederwahl des Verwaltungsrats ab», bestätigt Ethos-Direktor Dominique Biedermann. «ISS stimmt ebenfalls dagegen.»

Viele gewichtige institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen stimmen jeweils gemäss den Empfehlungen von ISS und Ethos. Aber auch die Anlagefonds der Raiffeisen-Gruppe übernehmen jeweils automatisch die Parole von Ethos. Die Kritik der Aktionäre an der erfolgreichen Hayek-Familie entzündet sich an der Zusammensetzung des Verwaltungsrates und dem Wahlmodus. Ethos, ISS, Actares und Z-Capital stören sich daran, dass sich der Verwaltungsrat nicht einzeln, sondern nur als Ganzes der Wiederwahl stellt. Damit werde der Aktionärswille verfälscht. Wäre die Einzelwahl möglich, würden Ethos und Z-Capital Konzernchef Nick Hayek wegen seines Doppelmandats aus dem Verwaltungsrat abwählen. Ethos ist zudem gegen die Wiederwahl der Grossaktionärin Esther Grether und von Lindt-Chef Ernst Tanner.

Ethos und Z-Capital kritisieren die mangelnde Unabhängigkeit des Verwaltungsrates, der damit seine Aufsichtsfunktion nicht ausfüllen könne. Ethos rügt auch, dass Swatch keine detaillierten Resultate von ihren Generalversammlungen veröffentlicht und als einzige SMI-Firma keine konsultative Abstimmung zum Vergütungsbericht durchführt. «Swatch ist der Letzte, der sich weigert», sagt Dominique Biedermann. Die Chancen der aufmüpfigen Aktionäre sind angesichts der Stimmenverhältnisse gering. Der Pool der Familie Hayek und die Gruppe von Esther Grether kontrollieren zusammen 48,4 Prozent der Stimmen. Dominique Biedermann hofft aber auf einen Achtungserfolg: «Zusammen mit ISS können wir sicher 15 bis 20 Prozent Nein-Stimmen mobilisieren.»

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