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Alle wussten, was die Banker taten

Wegschauen und kassieren: Das System wurde von Politik und Gesellschaft gedeckt.

MeinungBruno Schletti

Roger Federer ist Botschafter der CS. ­Botschafter ­wofür? Für Leistung, Erfolg, Fairness? Oder für faule Tricksereien und Beihilfe zu Steuerbetrug? Was ­immer sich Federer dabei denkt, er tut nur das, was ­andere auch tun: wegschauen und kassieren. Der Vergleich in den USA richtet sich nicht alleine gegen die Credit Suisse. Es ist die Abrechnung mit dem ­System Schweiz, das über Jahrzehnte fragwürdige bis ­kri­minelle Gelder ins Land lotste – mit dem Segen des ­politischen und gesellschaftlichen Establishments.

Alle haben es gewusst. Die meisten haben ­mitge­spielt. Viele haben mitprofitiert. Die Banker ­erledigten die Drecksarbeit. Politiker durch fast alle Parteien gaben ihnen Rückendeckung. Legendär ist Alt-Bundesrat Hans-Rudolf Merz’ (FDP) Botschaft ans Ausland vom März 2008: «An diesem Bankgeheimnis werdet ihr euch die Zähne ausbeissen.» Unvergesslich auch, wie Alt-Bundesrat und UBS-Präsident Kaspar Villiger (FDP) die Entschädigungen der Grossbank ­verteidigte – jene Anreizsysteme, welche die ­Haupttreiber der Verhaltensmuster sind, über die die Credit Suisse in den USA stolperte.

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