Alpiq verkauft grossen Teil des Geschäfts

Der Energiekonzern konzentriert sich auf das Strombusiness – weit über 7000 Mitarbeiter erhalten mit der Abspaltung einen neuen Arbeitgeber.

Alpiq trennt sich von seinem Industriegeschäft: CEO Jasmin Staiblin nimmt Stellung. Video: SDA

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Alpiq trennt sich von seinem Industriegeschäft und wird damit wieder zum Stromkonzern. Mit dem Verkauf trennt sich Alpiq von 83 Prozent der Mitarbeitenden. Oder wie es Alpiq in einer Mitteilung von Montag ausdrückt: Die Transaktion ermögliche neue Perspektiven für 7650 Mitarbeitende. Rund 4500 dieser Angestellten arbeiten in der Schweiz.

Alpiq räumt ein, dass angesichts der tiefen Preise für die Schweizer Stromproduktion derzeit nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung stünden, um das Geschäft, das nun verkauft werden soll, weiter zu entwickeln.

Konkret hat Alpiq am Montag mitgeteilt, dass die Gebäudetechnik-Tochter Alpiq Intec und die deutsche Kraftanlagen Gruppe für 850 Millionen Franken an den französischen Bauriesen Bouygues verkauft werden sollen. Vollzogen werden soll der Verkauf in der zweiten Hälfte 2018. Damit steigt der französische Bauriese laut der «SonntagsZeitung» auf einen Schlag auf zur Nummer Eins in der Gebäudetechnik in der Schweiz.

Keine Zukunft mit Gebäudetechnik

Alpiq wiederum kehrt mit dem Verkauf zu seinen Wurzeln zurück: zum Kerngeschäft mit der Stromproduktion in der Schweiz und zu den internationalen Aktivitäten. Diese umfassen den Kraftwerkspark, die erneuerbaren Energien sowie den Energiehandel.

Damit beendet Alpiq seine Strategie der letzten Jahre, mit der forciert in neue Geschäftsfelder expandiert worden war. Vor diesem Hintergrund wollte Alpiq noch vor zwei Jahren seine 49-Prozent-Beteiligung an der Wasserkraft verkaufen.

Nun springen jedoch die Dienstleistungen in der Gebäudetechnik und im Gebäudemanagement über die Klinge, der Geschäftsbereich «Technology & Design», sowie Teile des Geschäftsbereichs «Industrial Engineering».

Damit setzt Alpiq auf die Hoffnung, dass künftig die Strompreise steigen werden - dies angesichts politischer Initiativen, den CO2 zu verringern, aus der Atomenergie auszusteigen und Kohlekraftwerke abzuschalten sowie der Aussicht, dass künftig Autos vermehrt mit Strom betrieben werden sollen.

Der französische Baukonzern Boygues ist eine der grössten Baugesellschaften Europas und war an mehreren Grossprojekten wie dem Bau des Stade de France beteiligt.

Unter dem Strich ein Verlustjahr

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Alpiq den Umsatz auf 7,2 Milliarden Franken von 6,1 Milliarden Franken gesteigert, wegen höherer Transaktionsvolumina im Handels- und Absatzgeschäft.

Beim Gewinn resultierten gegenüber dem Vorjahr jedoch herbe Verluste: Unter dem Strich blieb gemäss Rechnungslegungsstandard IFRS ein Verlust von 84 Millionen Franken, gegenüber einem Gewinn von 294 Millionen Franken im Vorjahr. Ohne einige Sondereinflüsse liegt der Verlust noch bei 33 Millionen Franken (Vorjahr: 115 Millionen Franken).

Für 2018 erwartet Alpiq ein operatives Ergebnis noch unter dem von 2017 - dies vor allem wegen der weiterhin tiefen Grosshandelspreise. Eine leichte Entlastung sei die neu eingeführte Marktprämie in der Schweizer Wasserkraft. (sda/hal)

Erstellt: 26.03.2018, 07:02 Uhr

Update folgt...

Staiblin zieht Zurich-VR-Kandidatur zurück

Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin wird doch nicht Verwaltungsrätin beim Versicherungskonzern Zurich. Angesichts der Situation beim Stromkonzern Alpiq zieht sie ihre Kandidatur zurück, wie Zurich am Montag vermeldete. Staiblin ist seit 2013 Chefin von Alpiq. Zuvor arbeitete sie während fünfzehn Jahren in leitenden Positionen beim Technologiekonzern ABB. Sie gehört zudem den Verwaltungsräten von Georg Fischer und Rolls-Royce an. (sda)

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